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Berlusconi-Prozess Gänzlich ungeniert

 ·  Für Silvio Berlusconi kommt es knüppeldick. Eine Gefängniszelle wird er aber wohl nie von innen sehen. Das eigentliche Drama ist, dass der Mann in der italienischen Politik noch immer Strippen zieht und den Laden zum Einsturz bringen kann.

Artikel Lesermeinungen (13)
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Wilhelm G.  Hupers

Richterliche Befangenheit der etwas anderen Art ...?

Ich bin nicht unbedingt Fan von Silvio Berlusconi, verachte aber es auch nicht,
wenn ein reichgewordener Mann im Herbst seines Lebens die Puppen tanzen lässt..
Berlusconi feierte gern rauschende oder erregende Feste auf seine Kosten,
auf denen es keineswegs nur darum ging,
Minderjährige "flachzulegen". Im Gegenteil,
d i e s e Eingeladenen wussten, was sie tun, und taten es gern und freiwillig.
Sie sind in Bezug auf Lebenserfahrung und Reife kaum als Minderjährige einzustufen.
Wenn dieser in vielem sicherlich grenzwertige Berlusconi seinen Spass daran hat und
niemand zu etwas gezwungen wird - w o ist das Problem ?
Was ihm jetzt prozessual widerfahren ist, kann man schwerlich fair nennen :
3 Richterinnen mittleren Alters, die sicher nicht in Silvios Beuteschema fallen,
machten sich anheischig, diesen Mann zu 7 Jahren Gefängnis zu verdonnern...
Befangenheit par excellence.?

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Gerd Kintzel

Der müßte von "berufswegen" ein Rotlicht auf dem Kopf tragen.

Der Cavaliere hat sein Leben lang im Trüben gefischt - der kennt sich in Tümpeln und besagten Kreisen bestens aus. Es ist nicht einmal den staatlichen Stellen und dem gesamten Journalismus gelungen zu klären, woher mehr als 95 Prozent des Kapitals stammt, mit dem Berlusconi sein Imperium aufgebaut hat. Also - worüber machen wir uns da bloß Gedanken?

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anna bez
anna bez (berlin) - 25.06.2013 15:57 Uhr

Merkt euch den Begriff Zweiklassenjustiz

Für die Aufgeflogenen wie auch den lieben Uli - mit dem wir gern zu Mittag essen - kommt es knüppeldick. Eine Gefängniszelle werden sie aber wohl nie von innen sehen. Das eigentliche Drama ist, dass diese Männer in der Politik auch in Deutschland noch immer Strippen zieht und den Laden zum Einsturz bringen können, weil wir das zulassen, Helau

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Frank Pauls
Frank Pauls (faweho) - 25.06.2013 15:26 Uhr

Primus inter pares:

Wie man zu dem Mann auch immer stehen mag,welche politische Alternative mit Fuehrungsstaerke zur Fuehrung und Leitung eines labilen italienischen Staates gibt es?
Das wird aus der clevere „Cavaliere“ wissen.Nicht von ungefaehr ist bereits dreimal Ministerpraesident gewesen und seine Eskapaden hinreichend bekannt.
Bereicherung,Nepotismus und Korruption gibt es auch zur Genuege in diesem unseren Lande.Man denke nur einmal an die „Familenbetreuung“ des Herrn Horst Lorenz Seehofer in Bayern oder wie Aufsichtsratsmandate bei der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH unter Genossen hin- und hergeschoben werden oder an die Homo-parties des Herrn Klaus Wowereit.
Fuer politische Eskapaden muss man wirklich nicht erst ueber die Alpen reisen;leider.

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Horst Schmidt

Das eigentliche Drama sind seine Wähler

Zugegeben, beim ersten Mal konnte man noch eine gewisse Unwissenheit beim Wahlvolk unterstellen. Aber dieser Kredit ist aufgebraucht. Inzwischen weiß nun wirklich jeder, wessen Geistes Kind dieser Mann ist.

Es ist für mich kaum vorstellbar, dass Berlusconi in Italien für eine "bürgerlich-konservative" Politik steht. Ebenso unglaublich, dass es sogar Parteien gibt, die mit ihm koalieren. Eine Justiz, die sich regelmäßig von ihm vorführen lässt...

Oh Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.06.2013 10:34 Uhr
Roland Müller

Das Problem

besteht darin, das die politische Konkurrenz aus der Mitte-Links-Ecke auch nicht besser ist(siehe MPS-Betrugsskandal). Ein Problem übrigens, das auch Wählern in Deutschland hinreichend bekannt sein dürfte.

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Karin Gossmann-Walter

Zur Klarstellung: 9 Millionen haben ihn gewählt, die grosse Masse ist da nun gerade nicht

Einwohner hat Italien 60 Mill.

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Dirk Sternberg

stichfest

O bella Italia, wo bist du hingekommen, dein Reiz und deine Dekadenz Luftschlösser baut, für eine Ewigkeit? Ist nicht Weiland Diabolo B. als Spiegelfläche groß genug für Selbsterkenntnis und Läuterung, in diesen euro-dauererregten Zeiten, Merkel sei Dank? Oder sinnt Ihro Gnaden nach dem finalen Abgang, vulgär-opulent inszeniert? Da schaudert es dem kühlen Nordländer, Gott sei Dank.

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Michel Cremer

Cavaliere del lavoro - eine Auszeichnung durch den Staatspräsidenten

Il Cavaliere del lavoro ist Mitglied des "Ordine al merito del lavoro". Die Aufnahme erfolgt durch den italienischen Staatspräsidenten. Aufgenommen werden Menschen, die sich um das italienische Gemeinwesen verdient gemacht haben. Beispielsweise in wirtschaftlicher Hinsicht.
Dass Silvio Berlusconi mit Mediaset ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut hat, viele Arbeitsplätze schuf und schafft, ist unbestreitbar.
Aus dieser Begebenheit bzw. Zugehörigkeit leitet sich Berlusconis Bezeichnung als "Ritter" in den Medien her. Er mag der bekannteste Ordensträger sein, der einzige ist er nicht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.06.2013 14:01 Uhr
Horst Schmidt

War das der Staatspräsident, ...

... der unseren Kanzlerkandidaten Steinbrück so schön geschurigelt hat?
Unser Peer ist aber auch ein schlimmer Finger.

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Ralf Kowollik

Ins Gefängnis wird er wohl nicht kommen

Eine Gefängniszelle wird Berlusconi wohl schon deshalb nicht von innen sehen, weil es in Italien nicht üblich ist, Über-70-Jährige ins Gefängnis zu stecken.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.06.2013 14:55 Uhr
Guido Sailer

nicht üblich...

...ist eine verschleiernde Beschreibung für "hat sich dieses Gesetz so auf den Leib geschneidert".

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Roland Müller

Das Potential,

um den Laden zum Einsturz zu bringen, hat nicht nur Berlusconi. Auch die Partei von Herrn Letta, die bis zur Halskrause in den Milliardenbetrugskandal bei der Bank Monte dei Paschi di Siena verstricht ist, steht ihm in dieser Disziplin in nichts nach. Und auch die Goldman-Sachs-Jünger Monti, Prodi und Draghi sind auch nicht zu verachten, wenn es darum geht, ein Land in den Abgrund zu schicken.

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25.06.2013, 16:56 Uhr

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