Home
http://www.faz.net/-gpf-75dxz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Beraterhonorare Ministerium zahlte unter Steinbrück 1,8 Millionen Euro an Kanzlei

Abermals sorgen Honorare von Peer Steinbrück für Aufregung: Wie jetzt bekannt wurde, erhielt eine Kanzlei in den Jahren 2005 bis 2009 vom Finanzministerium unter dem damaligen Minister Steinbrück Honorare in Höhe 1,8 Millionen Euro. Später hat Steinbrück wiederum einen Vortrag bei derselben Kanzlei gehalten - für 15.000 Euro.

© dpa Vergrößern SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

In der Amtszeit des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück als Bundesfinanzminister hat das Finanzministerium Beraterhonorare von insgesamt rund 1,8 Millionen Euro an die Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer gezahlt. Die Kanzlei war nach Angaben des Ministeriums in der Zeit zwischen 2005 und 2009 an der Ausarbeitung von Gesetzen beteiligt.

Johannes Leithäuser Folgen:  

Im Jahr 2011, zwei Jahre nach dem Ausscheiden als Minister, hielt Steinbrück einen Vortrag bei jener Anwaltskanzlei, wofür ihm 15.000 Euro Honorar erstattet wurden. Die „Bild“-Zeitung hatte die Veröffentlichung der Höhe der Beraterhonorare der Kanzlei Freshfields per Gerichtsbeschluss erzwungen. Das Finanzministerium hatte die Höhe zunächst nicht nennen wollen, war aber durch einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin dazu aufgefordert worden.

Mehr zum Thema

Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte am Freitag, Einzelheiten zu den Honorarzahlungen an die Anwaltskanzlei seien ihm nicht bekannt; er gehe aber davon aus, dass es sich um ein „marktgerechtes Honorar handelt“. Eine Einordnung der Honorarhöhe sei schwierig, weil aktuell im Finanzministerium keine Beraterverträge mit externen Anwaltsfirmen bestünden und daher Vergleichsgrößen fehlten.

Nach früheren Angaben des Finanzministeriums wirkten die Berater der Anwaltskanzlei vor allem an den Textentwürfen für das Finanzmarktstabilisierungsgesetz, für die Verordnung zum Finanzmarktstabilisierungsfonds und für ein weiteres ergänzendes Gesetz mit. Die Honorare des Finanzministeriums an die Kanzlei Freshfields gerieten in das öffentliche Interesse, nachdem der spätere Vortrag Steinbrücks vor Mitarbeitern dieser Kanzlei bekanntgeworden war. Stimmen aus der FDP und der Linkspartei mutmaßten, es könne eine Verbindung zwischen den Berateraufträgen und der späteren Verpflichtung Steinbrücks als Redner geben.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Whistleblowing in Unternehmen Raus aus der Schmuddelecke

Für Unternehmen werden interne Hinweisgeber immer wichtiger. Doch Mitarbeiter, die Missstände aufdecken, haben in Deutschland immer noch ein schlechtes Image. Das muss sich ändern. Mehr Von Helene Bubrowski

19.01.2015, 06:00 Uhr | Beruf-Chance
Lifestyle Luxusfahrräder im Trend

In Paris ist das Vélo très chic geworden: Einen "Flaneur" von Hermès gibt es für 8000 Euro. In Japan kostet ein Edelfahrrad aus Mahagoni bis zu 15.000 Euro. Mehr

14.11.2014, 10:55 Uhr | Stil
Eurogruppenchef in Athen Das Ende der Schonfrist

Athen kündigt den Troika-Kontrolleuren der internationalen Geldgeber. Nach dem Machtwechsel ist der erste große Krach zwischen dem klammen Land und den anderen Euroländern da. Den griechischen Banken geht derweil das Geld aus. Eine Analyse. Mehr Von Michael Martens

30.01.2015, 17:31 Uhr | Wirtschaft
New York 15.000 Lichter am Empire State Building

Damit ist ganz New York weihnachtlich: 15.000 LED-Lichter schmücken das Empire State Building in New York noch bis Dienstag. Mehr

22.12.2014, 09:03 Uhr | Technik-Motor
Eurokrise Das Ringen um den Schuldenschnitt beginnt

Nach dem Wunsch des griechischen Finanzministeriums sollen mit dem heutigen Besuch von Eurogruppen-Chef Dijsselbloem bereits die Neuverhandlungen über Athens Schulden beginnen. Politiker rufen ihn dazu auf, hart zu bleiben. Mehr

30.01.2015, 08:24 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 28.12.2012, 17:51 Uhr

Der verlängerte Arm der AfD?

Von Jasper von Altenbockum

Die Spaltung von Pegida geht in eine Richtung, die der AfD zu einem verlängerten Arm verhelfen könnte. Wohin das die AfD treibt, wird sich am Wochenende in Bremen zeigen. Ein Kommentar. Mehr 138 17

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden