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BBC : Krise und Chance

Nach 54 Tagen tritt der BBC-Generaldirektor George Entwistle zurück Bild: REUTERS

Die BBC musste sich in der Vergangenheit selten mit Kritik auseinandersetzen. Nun feixen die Kritiker. Ihre größte Krise ist für die BBC zugleich eine ihrer letzten Chancen zur Selbstreinigung.

          Die BBC gilt als eine der Institutionen im Journalismus. Gründend auf diesem Ruf, hat sich in der Rundfunkanstalt ein Selbstbewusstsein entwickelt, das Kritik - zumal aus der Politik - kaum noch an sich heranließ. Das wiederum führte dazu, dass interne Kontrollen nicht (mehr?) zu wichtig genommen wurden. Die daraus folgenden Fehlleistungen sind Wasser auf die Mühlen derjenigen in der Politik, die der Institution BBC misstrauen.

          Kritiker finden sich vor allem in der Konservativen Partei, wo die BBC seit Jahrzehnten als Ausdruck alles dessen gilt, was „man“ eigentlich ablehnen sollte. Da diese Institution womöglich wissentlich lange einen Kinderschänder gedeckt hat, muss sie sich nicht wundern, wenn ihr jetzt Schlimmes droht.

          Der Rücktritt des Generaldirektors wegen eines Fernsehbeitrags, in dem ein Politiker fälschlich des Kindesmissbrauchs bezichtigt wurde, ist einerseits ein Ausdruck der Krise der BBC. Er ist aber zugleich eine der letzten Chancen zur Selbstreinigung. Nicht einmal die BBC ist unfehlbar. Aber es wäre für die Welt ein Verlust, wenn es sie nicht mehr gäbe.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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