Home
http://www.faz.net/-gpf-png4
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Barack Obama „Er hat Amerika elektrisiert“

03.11.2004 ·  Mit 71 Prozent der Stimmen ist Barack Obama als einziger schwarzer Politiker in den Senat gewählt worden. Der 43 Jahre alte Jurist hat schon jetzt eine große Fangemeinde und wird als zukünftiger Präsident gehandelt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Für echte Obama-Fans ist eins schon heute klar: In dieser Wahlnacht ist auch der übernächste amerikanische Präsident auf die nationale Polit-Bühne getreten. Barack Obama, der in Illinois mit 71 Prozent der Stimmen in den Senat gewählt wurde, ist seit dem demokratischen Parteitag im Juli in Boston die Lichtgestalt der jungen Liberalen.

„Als Obama auf der Bühne stand, war mir klar: Wir blicken auf den ersten schwarzen Präsidenten in Amerika“, sagte Amy Sullivan, Soziologin an der Princeton-Universität
und Kolumnistin der Zeitschrift „Washington Monthly“.

Ruf zur Einheit im tief gespaltenen Land

„Dieser junge Mann hat Illinois elektrisiert, er hat Amerika elektrisiert!“ berichtete Gwendolynne Moore in Wisconsin bei einem Wahlkampfauftritt des Publikumsmagnets, um den sich die Demokraten im ganzen Land vor den Wahlen rissen. Auf dem Parteitag hat sich der 43 Jahre alte Rechtsanwalt in 18 Minuten mit einer Rede, die die Delegierten aus den Sesseln riß, ins Rampenlicht katapultiert.

Seine Botschaft war ein Ruf zur Einheit in dem tief gespaltenen Land und voller Optimismus. „Es gibt nicht ein liberales und ein konservatives Amerika, es gibt die
Vereinigten Staaten von Amerika!“ rief Obama unter tosendem Applaus.

Er verkörpert den amerikanischen Traum

Wie kaum ein anderer verkörpert er für viele den amerikanischen Traum. Er wurde auf Hawaii geboren, sein Vater ein Student aus Kenia, seine Mutter eine weiße Amerikanerin. Nach der Scheidung der Eltern zog er mit seiner Mutter und dem Stiefvater nach Indonesien.

Obama kehrte nach Amerika zurück und studierte Jura an der Harvard-Universität. Bislang saß der Vater zweier junger Töchter im Parlament des Bundesstaates und lehrt nebenbei Jura an der Universität in Illinois.

„Was zählt, ist die wirkliche Arbeit“

Bei allem Ruhm, der ihm seit dem Parteitag vorauseilt, versucht Obama, nicht abzuheben. „Ich mißtraue dem Ruhmeskult“, sagte er in einem Interview. „Was zählt, ist die wirkliche Arbeit.“ Daß er was schafft, hat Obama als Abgeordneter in Illinois gezeigt. Er kämpfte erfolgreich für eine Krankenversicherung und Steuererleichterungen für Arme. „Obama ist einer der beeindruckendsten Abgeordneten“, lobte die „Chicago Tribune“.

„Es ist in den vergangenen Monaten schon ziemlich gut gelaufen. Einige sagen, das ist Glück“, sagte Obama vor der Wahl. „Ich für meinen Teil bete jeden Abend, daß Gott mir hilft, dieser Segnungen würdig zu sein.“ Die Voraussetzungen dafür hat sein Vater schon geschaffen: „Der von Gott gesegnete“, bedeutet sein Name in Swahili.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Von dir die Fregatte, von mir die Drohne

Von Thomas Gutschker

Verteidigung ist eine nationale Angelegenheit? Die Wirklichkeit hat sich längst geändert. Die Armeen der Nato-Partner müssen zusammenarbeiten. Kein Land ist mehr autark. Mehr 3