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Bahn China sagt Verlängerung der Transrapid-Strecke zu

31.12.2002 ·  China will mit deutscher Hilfe die Transrapidstrecke von Schanghai ins südlich gelegene Hangzhou sowie nach Norden nach Nanjing ausbauen.

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Bundeskanzler Schröder (SPD) hat zum Abschluss seines dreitägigen China-Besuchs am Dienstag im chinesischen Schanghai die Magnetschwebebahn Transrapid eingeweiht und nimmt die Zusage zur Verlängerung der Strecke gleich mit nach Deutschland. Mit an Bord bei der Fahrt auf der ersten kommerziell genutzten Transrapid-Strecke der Welt waren der chinesische Ministerpräsident Zhu Rongji und weitere Ehrengäste.

Die Zusage zur Verlängerung der Strecke bestätigte Schröder auf der Rückreise von seinem China-Besuch am Dienstag. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement sagte, der chinesische Ministerpräsident Zhu Rongji wolle die Strecke von Schanghai ins südlich gelegene Hangzhou sowie nach Norden nach Nanjing noch in seiner Amtszeit auf den Weg bringen. Mit der Strecke nach Hangzhou soll auch die Weltausstellung Expo 2010 in Schanghai eingebunden werde. Es sei von 300 Kilometern die Rede gewesen, berichtete Stolpe. Stolpe sprach von einem „Durchbruch“ und einem „Signal für Deutschland“.

Zhu Rongji habe eine Verlängerung der existierenden Strecke ins 180 Kilometer entfernte Hangzhou in der Provinz Zhejiang zugesagt, sagte der Leiter von ThyssenKrupp China, Hartmut Heine, am Dienstag in Schanghai. Zur Finanzierung des milliardenteuren Projektes wollte er sich nicht äußern. „Wir müssen erst einen Vertrag aushandeln.“ Allerdings werde die neue Strecke pro Kilometer billiger werden als die 30 Kilometer lange Trasse in Schanghai.

Erfolgreiche Jungfernfahrt

Der Magnetzug Transrapid erreichte auf der 30 Kilometer langen Fahrt vom Zentrum der ostchinesischen Metropole bis zum internationalen Flughafen der Küstenstadt die Höchstgeschwindigkeit von 431 Stundenkilometern und legte die Strecke in nur acht Minuten zurück. Den regelmäßigen Passagierbetrieb soll die Bahn allerdings erst 2004 aufnehmen. Dann sollen die Züge im Zehn-Minuten-Takt fahren und pro Jahr zehn Millionen Passagiere transportieren. Vom Jahr 2010 an sollen es jährlich zwanzig Millionen Fahrgäste sein. Pro Zug haben 574 Passagiere Platz. Für sie verkürzt sich die Fahrtzeit von 45 Minuten im Auto auf acht Minuten.

„Das Projekt zeigt die enge Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet auch beim Austausch von Hochtechnologie", sagte Schröder nach der Jungfernfahrt. „Die deutsche Wirtschaft ist auch bereit, eigene Kenntnisse und Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen. Das ist fair, es hilft den Menschen beider Länder.“ Weiter sagte Schröder: „Ich wünsche mir, dass die Strecke auch ein wirtschaftlicher Erfolg wird.“

Zhu Rongji vetraut deutscher Technik

Zhu Rongji nahm sogar seine Enkeltochter auf die Jungfernfahrt mit Kanzler Gerhard Schröder mit. Chinas Ministerpräsident wollte seinem Volk beweisen, wie sicher die deutsche Magnettechnologie ist. Er habe vor der Testfahrt „auch keine Versicherung gekauft“, scherzt Zhu Rongji über die Angewohnheit seiner Landsleute, vor jedem Flug noch schnell eine Versicherung abzuschließen. „Und warum ist der Transrapid so sicher?“, fragt der Ministerpräsident verschmitzt. „Er kann nicht entgleisen, weil er keine Räder hat.“

Die Transrapid-Bauer ThyssenKrupp und Siemens erhoffen sich durch die Referenzstrecke schon bald Folgeaufträge in China. Von der Vertragsunterzeichnung bis zum Bau des Projektes vergingen knapp zwei Jahre. Die vergleichsweise kurze Bauzeit bezeichneten deutsche Experten als außerordentlich und lobten die dennoch hohe Qualität der von der chinesischen Seite gefertigten Bauteile. Antrieb und Fahrzeuge kamen vom deutschen Konsortium. Spekuliert wird bei dem Konsortium über die Zusage hinaus über eine Trasse zwischen Peking und dem Flughafen der 130 Kilometer entfernten Stadt Tianjin, der während der Olympischen Spiele 2008 als Zusatzflughafen eingesetzt werden soll, sowie über eine Verbindung von Kanton nach Hongkong.

Deutsche Transrapidpläne

In Deutschland sind nach dem Scheitern der Verbindung Hamburg-Berlin zwei Strecken fest geplant: In Nordrhein-Westfalen soll der Magnetzug 79 Kilometer zwischen Düsseldorf und Dortmund überbrücken. Die in München geplante Transrapid-Verbindung soll die Fahrtzeit vom Hauptbahnhof zum 37 Kilometer entfernten Flughafen stark verkürzen. Derzeit streiten beide Standorte aber noch um die Aufteilung der von der Bundesregierung zugesagten 2,3 Milliarden Euro für die HighTech-Bahn.

Peter Wiegelmann, Sprecher der Vermarktungsgesellschaft Transrapid International, sagte der „Berliner Zeitung“. „Wenn wir einen Ausverkauf der Technologie vermeiden wollen, brauchen wir eine deutsche Anwendungsstrecke“. Für den Trassenbau der ersten kommerziellen Transrapid-Linie in Schanghai habe China bereits erste Lizenzrechte aus Deutschland erhalten. Die komplette Technologie für den Bau der Trasse aus Stahl und Beton liege damit praktisch bereits bei den Chinesen. Wiegelmann schloss nicht aus, dass China Zugang zu weiteren Technologien erhalten werde, wenn es weitere Aufträge für Magnetbahnstrecken im Fernen Osten gebe.

Der Chef des Instituts für Bahntechnik Berlin, Peter Mnich, warnte, wenn die Industrie keine Chance bekomme, ihre Technologie in Deutschland anzuwenden, werde sie diese im Ausland vermarkten“. Laut Mnich sind die Chinesen auch an Lizenzen für den Wagenkastenbau interessiert.

Kritik am Transrapid

Die Bahngewerkschaft Transnet lehnt die beiden Magnetschwebebahn-Projekte in Bayern und Nordrhein-Westfalen weiterhin ab. „Beide Vorhaben, Metrorapid und Transrapid, sind verkehrspolitisch überflüssig. Daran ändert auch die erfolgreiche Jungfernfahrt des Transrapid heute in China nichts“, erklärte Transnet-Chef Norbert Hansen am Dienstag in Berlin. Die Magnetschwebebahn könne nicht, wie in Deutschland vorgesehen, in das bestehende Nahverkehrssystem integriert werden.

Außerdem sei die Finanzierung beider Projekte weiterhin völlig ungeklärt, stellte Hansen fest. Insbesondere die beiden beteiligten Bundesländer seien bislang nicht in der Lage gewesen, auch nur ansatzweise schlüssige Konzepte vorzulegen. Auf keinen Fall dürfe der Steuerzahler für industriepolitische Vorhaben bluten müssen, warnte Hansen. Die vom Bund vorgesehenen Gelder in Höhe von 2,3 Milliarden Euro sollten deshalb besser in „Pflege und Ausbau des Schienennetzes investiert werden.“

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