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Bärbel Dieckmann Zielstrebig und konziliant

03.11.2005 ·  Die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann wird bald ganz oben sein in der SPD. Im Parteivorstand sitzt sie schon einige Jahre, ist dort allerdings kaum aufgefallen. Das ist eine ihrer Stärken.

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Nun wird sie bald ganz oben sein in der SPD. Die Oberbürgermeisterin von Bonn, Bärbel Dieckmann, stellt sich auf dem SPD- Parteitag in Karlsruhe als eine der vier Stellvertreter des künftigen Parteivorsitzenden Platzeck zur Wahl. Viele Gegenstimmen sind indes nicht ausgeschlossen, nachdem sich Frau Dieckmann für Andrea Nahles als Generalsekretärin und damit gegen den Parteivorsitzenden Müntefering positioniert hat.

Im Parteivorstand sitzt Frau Dieckmann schon einige Jahre, ist dort allerdings kaum aufgefallen. Das ist eine ihrer Stärken, wie ihre Wahl ins Oberbürgermeisteramt in der einstigen und immer noch heimlichen CDU-Hochburg Bonn 1994 gezeigt hat. Der Wahlsieg der Studiendirektorin kam überraschend und war doch kommunalpolitisch gut vorbereitet.

Sympathien schnell erworben

Schnell hat sie sich die Sympathien der Bonner erworben und ist jetzt das unumstrittene Stadtoberhaupt. Bei der Kommunalwahl 2004 erzielte sie auf Anhieb 56 Prozent der Stimmen. Das größte Ansehen genießt Frau Dieckmann bei den Wählern anderer Parteien. Gelobt wird ihre Konzilianz, ihre Fähigkeit, die Bürger „mitzunehmen“, ohne dabei kumpelhaft oder rheinisch jovial zu werden. Doch in der Politik setzt man sich nicht mit Freundlichkeit durch. Das wissen Parteifreunde und Weggefährten zu berichten.

Sie bescheinigen Frau Dieckmann, deren Mann Joachim die Landes-SPD führt, eine entschiedene Zielstrebigkeit. Der SPD in Nordrhein-Westfalen hat sie etliche Wähler zugeführt. Dennoch soll sie nicht die Vertreterin Nordrhein-Westfalens in der Parteiführung sein. Dafür ist der frühere Ministerpräsident Steinbrück vorgesehen. Mit 56 Jahren ist Bärbel Dieckmann jung genug, um nach der Kommunalwahl 2009 etwas Neues zu beginnen. In Parteikreisen wird gemunkelt, daß sie sich auf die Kandidatur gegen den CDU-Ministerpräsidenten Rüttgers 2010 vorbereitet.

Quelle: P.S., F.A.Z., 04.11.2005, Nr. 257 / Seite 3
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