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Ehemaliger Ministerpräsident : Lothar Späth ist tot

  • Aktualisiert am

Lothar Späth (1937 - 2016) Bild: Barbara Klemm

Baden-Württembergs ehemaliger Ministerpräsident Lothar Späth ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Viele Politiker würdigen seinen Verdienst für das Bundesland und seinen Einsatz nach der deutschen Wiedervereinigung.

          Baden-Württembergs ehemaliger Ministerpräsident Lothar Späth ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Nach Informationen der F.A.Z. verstarb der CDU-Politiker in der Nacht zum Freitag in einem Pflegeheim im Raum Stuttgart.

          Späth war von 1978 bis 1991 Ministerpräsident. Er folgte auf Hans Filbinger, der im Zuge der so genannten „Filbinger-Affäre“ zurücktreten musste. Bekannt wurde Späth auch unter seinem Spitznamen „Cleverle“, den er für seine Wirtschaftsreformen im Bundesland erhielt. Im Jahr 1991 trat Späth selbst im Zuge der „Traumschiff-Affäre“ zurück. Anschließend wechselte Späth in die Wirtschaft.

          Von 1991 bis 2003 hatte Späth das Jenaer Optikindustrieunternehmens Jenoptik geleitet. Erst vor zehn Tagen war bekannt geworden, dass Späth an Demenz erkrankt war. Späth lebte zuletzt in einem Pflegeheim.

          Der Vorsitzende der CDU in Baden-Württemberg, Thomas Strobl, sagte zum Tod des früheren Ministerpräsidenten: „Lothar Späth hat das Land Baden-Württemberg in einem modernen und zukunftsweisenden Sinne erfolgreich und positiv geprägt. Er war mir lange persönlich ein liebevoller und kluger Ratgeber. Ich bin sehr traurig.“

          Auch die Spitzen von SPD und FDP drückten ihre Trauer aus. Späth sei ein großer Ministerpräsident gewesen, sagten SPD-Landeschef Nils Schmid und FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke unisono. Er habe die Weichen dafür gestellt, dass Baden-Württemberg zum Innovationsland Nummer eins werden konnte, sagte Schmid, der auch Wirtschaftsminister ist. „Wir erinnern uns an ein wahres Energiebündel der Landespolitik.“ Nach den Worten von Rülke hat Späth das Land zu bundespolitischer Bedeutung geführt. Er sei ein quirliger Querdenker gewesen. „Sein Einfallsreichtum, sein Ideenreichtum waren ein großes Glück für unser Land.“

          Der Bundesrat würdigte Späth für „großartige Verdienste“ um Baden-Württemberg, sagte Bundesratspräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Freitag während einer Sitzung der Länderkammer. Auch beim Aufbau der ostdeutschen Bundesländer sei man ihm „zu großem Dank verpflichtet“, das gelte für Sachsen, aber auch für Thüringen und das Unternehmen Jenoptik. „Wir teilen die Trauer der Angehörigen um Lothar Späth.“ Er sei „ein großartiger Politiker der Bundesrepublik Deutschland“ gewesen.

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