http://www.faz.net/-gpf-81qq8

Baden-Württemberg : Kultusminister Stoch will keine „Frühsexualisierung“

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) Bild: dpa

Im Streit über den neuen Bildungsplan zum Thema „Sexuelle Vielfalt“ geht es hoch her: Kultusminister Andreas Stoch (SPD) wirft den Gegnern des Plans „Verleumdung“ vor.

          Der baden-württembergische Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hat Vorwürfe zurückgewiesen, nach denen der neue Bildungsplan mit dem Thema „Sexuelle Vielfalt“ das klassische Familienmodell in Frage stelle und mit ihm eine „Frühsexualisierung“ der Kinder angestrebt werde. Stoch sprach von „Verleumdungen“ der Bildungsplangegner und stellte klar, dass es lediglich das Ziel des Bildungsplans sei, „Toleranz und Akzeptanz für sexuelle Vielfalt“ an den Schulen zu schaffen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Stoch lehnt es ausdrücklich ab, die umstrittenen Sexualpädagogik-Bücher der Kasseler Professorin Elisabeth Tuider zur Unterrichtsvorbereitung zu verwenden: „Wir werden definitiv Bücher wie das von Frau Tuider nicht für den Einsatz in unseren Schulen empfehlen“, sagte Stoch der F.A.Z. „Unser Anliegen ist es, dass sich die Lehrerinnen und Lehrer altersgerecht und vor allem sensibel mit dem Thema Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt beschäftigen.“

          In dem Buch wird vorgeschlagen, sieben Jahre alte Schüler an die Themen Analverkehr heranzuführen und auch über eine moderne Form des Bordells zu diskutieren. Stoch sagte auch, dass das „Gender Mainstreaming“ und damit die „Dekonstruktion von Wertestrukturen“ nicht die Grundlage des Bildungsplans sein dürfe. Die endgültige Fassung des Plans mit den exakten Formulierungen zum Thema „Sexuelle Vielfalt“ soll im Herbst vorliegen.

          Im Frühjahr 2014 musste die grün-rote Landesregierung ein Arbeitspapier zum Thema überarbeiten lassen, weil Bürgerinitiativen und die Kirchen gegen eine Benachteiligung der klassischen Familie protestiert hatten. 192.000 Bürger hatten damals eine Online-Petition unterzeichnet. Der Initiator der Petition, der Lehrer Gabriel Stängle, sagte: „Wir sind zu keinem Zeitpunkt ernst genommen worden, weder von der Landesregierung noch vom Petitionsausschuss.“ Das ebenfalls SPD-geführte Sozialministerium bereitet derzeit einen ressortübergreifenden Aktionsplan zum Thema „Toleranz gegenüber sexueller Vielfalt“ vor.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Oscar-Akademie schließt Harvey Weinstein aus Video-Seite öffnen

          Sexuelle Belästigung : Oscar-Akademie schließt Harvey Weinstein aus

          Filmproduzent Harvey Weinstein wird wegen Vergewaltigungsvorwürfen mehr und mehr zum Geächteten in Hollywood. Die Oscar-Akademie schließt den 65-Jährigen aus ihren Reihen aus - „sexuell aggressives Verhalten“ werde in der Filmbranche nicht mehr geduldet, heißt es zur Begründung.

          SPD triumphiert in Niedersachsen

          Landtagswahl : SPD triumphiert in Niedersachsen

          Laut Hochrechnungen verliert die CDU leicht, FDP und Grüne sinken deutlich. Die AfD kommt in den Landtag, die Linke scheitert knapp an der Fünfprozenthürde. Ob die rot-grüne Koalition ihre Regierungsmehrheit behalten kann, ist unsicher.

          Topmeldungen

          Irakische Soldaten dringen am Montag nach Angaben des Staatsfernsehens in das von kurdischen Peschmerga-Einheiten kontrollierte Gebiet der Provinz Kirkuk vor.

          Regierung gegen Kurden : Trump: Bleiben im Irak-Konflikt neutral

          Die militärische Eskalation im Nordirak weckt Ängste vor einem neuen Bürgerkrieg in der Region. Deutschland bricht seine Ausbildungsmission ab, Amerikas Präsident Trump will seine Soldaten aus den Gefechten raushalten. Beide fürchten, dass der eigentliche Gewinner der IS sein könnte.
          Jordi Ciuxart, Vorsitzender des katalanischen Kulturvereins Omnium Cultural, und ANC-Chef Jordi Sànchez vor dem Gerichtstermin in Madrid.

          Krise in Katalonien : Führende katalanische Separatisten inhaftiert

          Die spanische Staatsanwaltschaft hat zwei katalanische Separatistenführer festnehmen lassen. Auch gegen Polizeichef Josep Lluís Trapero wurde Untersuchungshaft beantragt, er kam gegen Kaution jedoch vorerst frei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.