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Veröffentlicht: 01.04.2015, 17:29 Uhr

Baden-Württemberg Kultusminister Stoch will keine „Frühsexualisierung“

Im Streit über den neuen Bildungsplan zum Thema „Sexuelle Vielfalt“ geht es hoch her: Kultusminister Andreas Stoch (SPD) wirft den Gegnern des Plans „Verleumdung“ vor.

von , Stuttgart
© dpa Kultusminister Andreas Stoch (SPD)

Der baden-württembergische Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hat Vorwürfe zurückgewiesen, nach denen der neue Bildungsplan mit dem Thema „Sexuelle Vielfalt“ das klassische Familienmodell in Frage stelle und mit ihm eine „Frühsexualisierung“ der Kinder angestrebt werde. Stoch sprach von „Verleumdungen“ der Bildungsplangegner und stellte klar, dass es lediglich das Ziel des Bildungsplans sei, „Toleranz und Akzeptanz für sexuelle Vielfalt“ an den Schulen zu schaffen.

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Stoch lehnt es ausdrücklich ab, die umstrittenen Sexualpädagogik-Bücher der Kasseler Professorin Elisabeth Tuider zur Unterrichtsvorbereitung zu verwenden: „Wir werden definitiv Bücher wie das von Frau Tuider nicht für den Einsatz in unseren Schulen empfehlen“, sagte Stoch der F.A.Z. „Unser Anliegen ist es, dass sich die Lehrerinnen und Lehrer altersgerecht und vor allem sensibel mit dem Thema Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt beschäftigen.“

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In dem Buch wird vorgeschlagen, sieben Jahre alte Schüler an die Themen Analverkehr heranzuführen und auch über eine moderne Form des Bordells zu diskutieren. Stoch sagte auch, dass das „Gender Mainstreaming“ und damit die „Dekonstruktion von Wertestrukturen“ nicht die Grundlage des Bildungsplans sein dürfe. Die endgültige Fassung des Plans mit den exakten Formulierungen zum Thema „Sexuelle Vielfalt“ soll im Herbst vorliegen.

Im Frühjahr 2014 musste die grün-rote Landesregierung ein Arbeitspapier zum Thema überarbeiten lassen, weil Bürgerinitiativen und die Kirchen gegen eine Benachteiligung der klassischen Familie protestiert hatten. 192.000 Bürger hatten damals eine Online-Petition unterzeichnet. Der Initiator der Petition, der Lehrer Gabriel Stängle, sagte: „Wir sind zu keinem Zeitpunkt ernst genommen worden, weder von der Landesregierung noch vom Petitionsausschuss.“ Das ebenfalls SPD-geführte Sozialministerium bereitet derzeit einen ressortübergreifenden Aktionsplan zum Thema „Toleranz gegenüber sexueller Vielfalt“ vor.

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