19.11.2004 · Der in Paris inhaftierte frühere Staatssekretär Holger Pfahls hat sich mit seiner umgehenden Auslieferung nach Deutschland einverstanden erklärt. Grund seien die „unzumutbaren“ Haftbedingungen im Pariser Gefängnis.
Der in Paris inhaftierte frühere Staatssekretär Holger Pfahls hat sich mit seiner umgehenden Auslieferung nach Deutschland einverstanden erklärt. Das teilte sein Rechtsanwalt Volker Hoffmann am Freitag in Mainz mit.
Damit verzichtet Pfahls auf Rechtsmittel gegen die von der französischen Justiz verfügte Auslieferung. Pfahls habe seine Entscheidung mit den „unzumutbaren“ Haftbedingungen im Pariser Gefängnis La Santé begründet, so sein Anwalt.
Pfahls ist in Deutschland wegen Steuerhinterziehung und Bestechlichkeit angeklagt. Als Rüstungsstaatssekretär soll er umgerechnet 1,94 Millionen Euro Schmiergeld kassiert haben. Im Juli war er nach fünfjähriger Flucht in Paris festgenommen worden. Das Landgericht Augsburg bereitet seinen Prozeß vor.
Pfahls' Anwalt Hoffmann teilte am Freitag mit: „Dr. Pfahls hat seine Entscheidung vor dem Hintergrund der unhaltbaren und unzumutbaren Haftbedingungen im Pariser Gefängnis La Santé und seines sich verschlechternden Gesundheitszustandes getroffen. Er wird aller Voraussicht nach in den nächsten Wochen nach Deutschland überstellt.“