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Zwischenfall an der Grenze China verärgert über Nordkorea

09.06.2010 ·  Nordkoreanische Grenzsoldaten haben drei Chinesen erschossen, weil sie vermuteten, dass diese illegal die Grenze nach Nordkorea überqueren wollten. Peking reagiert verstimmt auf den Zwischenfall, der für beide Staaten zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommt.

Von Till Fähnders, Peking
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In China regt sich wegen der Erschießung von drei Chinesen durch nordkoreanische Grenzsoldaten Unmut über den befreundeten Nachbarn. Damit sei Nordkorea „zu weit gegangen“, schrieb am Mittwoch die nationalistische chinesische Zeitung „Huanqiu Shibao“ in einem Kommentar. Der Zwischenfall hatte sich schon am vergangenen Freitag im Grenzgebiet von China und Nordkorea ereignet, war aber erst später bekanntgeworden. Die Grenzsoldaten aus Nordkorea hätten die Chinesen aus der Grenzstadt Dandong verdächtigt, die Grenze für „Handelsaktivitäten“ überqueren zu wollen, hatte ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums am Dienstag mitgeteilt. Ein vierter Chinese sei durch die Schüsse verletzt worden. China messe dem Vorfall große Bedeutung zu und habe formell Protest bei der Regierung in Pjöngjang eingelegt, sagte Qin Gang.

Die deutlichen Worte sind ungewöhnlich, denn bislang hatte China bei Problemen mit dem Nachbarland öffentlich stets sehr zurückhaltend reagiert. China ist der letzte Verbündete des Regimes des Diktators Kim Jong-il. Nordkorea müsse sich klar darüber sein, dass sich der Grenzvorfall negativ auf sein Image in der chinesischen Bevölkerung auswirken könnte und damit auch die eigenen Interessen gefährde, schrieb die „Huanqiu Shibao“. Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern stehe gegenwärtig im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit. Manche wünschten sich geradezu, dass etwas passiere, das die Beziehungen stören könnte, hieß es in dem Kommentar. Dies sei aber weder im Interesse Chinas noch Nordkoreas, da es die gesamte Sicherheitslage in Nordostasien beeinflussen könnte. Falls der Zwischenfall sich nicht „eindämmen“ lasse, werde er sich auch auf die Stabilität in der Grenzregion auswirken.

Der Grenzzwischenfall kommt für beide Länder zu einem heiklen Zeitpunkt. Nach der Versenkung des südkoreanischen Militärschiffs „Cheonan“, für die Südkorea den Norden verantwortlich macht, ist Peking unter internationalen Druck geraten, Nordkorea für seine „Provokationen“ zu verurteilen. Derzeit weilt der stellvertretende südkoreanische Außenminister Chun Yong-woo zu Gesprächen in Peking. Vor allem Südkorea und Amerika versuchen, Peking für die Unterstützung einer gemeinsamen Reaktion zu gewinnen. Doch bislang hat sich die chinesische Regierung nicht zu einer klaren Aussage hinreißen lassen.

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Jahrgang 1976, politischer Korrespondent für Südostasien.

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