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Zweiter Tag in Folge Hunderte Millionen Inder ohne Strom

 ·  Es dürfte einer der größten Stromausfälle aller Zeiten sein. Am Dienstag sind in Indien drei regionale Versorgungsnetze zusammengebrochen, mehr als 600 Millionen Menschen waren zeitweise ohne Elektrizität.

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© AFP Stromleitungen in Kalkutta

Hunderte Millionen Inder sind am Dienstag abermals ohne Elektrizität geblieben. Mehr als die Hälfte der 1,2 Milliarden Inder - von denen allerdings knapp 300 Millionen nicht an Stromnetze angeschlossen sind - war betroffen.

In Indien, das schneller wächst, als sein Stromnetz, hatte es bereits am Montag einen großflächigen Stromausfall gegeben. Nach Regierungsangaben fielen am Dienstag die Netze im Norden, Nordosten und Osten des Landes aus. Indische Medien berichteten, in 19 der 35 indischen Bundesstaaten und Unionsterritorien - darunter auch in der Hauptstadt Neu Delhi - habe es stundenlang keine Elektrizität gegeben.

Die Nachrichtenagentur IANS meldete, mehrere hunderttausend Menschen steckten in Fernverkehrszügen fest, die wegen der Stromausfälle stehengeblieben waren. In Neu Delhi brach der Metroverkehr zusammen, Züge wurden evakuiert. Krankenhäuser, Geschäfte und Büros mussten Notfallgeneratoren anstellen. Der internationale Flughafen wurde ebenfalls von Generatoren versorgt. Die Elektrizitätsversorgung in den betroffenen Gebieten war am Abend teilweise wieder hergestellt. Auch die Metro in Neu Delhi rollte wieder.

Bereits am Montag war der Strom in Nordindien zusammengebrochen, was zu einem der schwersten Stromausfälle in zehn Jahren führte. Eine Überlastung der Netze könnte die Ursache der Probleme sein - die aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien leidet unter Strommangel und veralteter Infrastruktur. Die Regierung kündigte an, die Ursache für die Stromausfälle zu untersuchen. Die Behörden versicherten, die Versorgung würde noch am Dienstagabend wieder hergestellt. Der Sprecher der wichtigsten Oppositionspartei, der hindu-nationalistischen BJP, sprach von einem Versagen der von der Kongresspartei geführten Regierung.

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Von Philip Eppelsheim

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