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Zweifel an Kims Zusagen : Betreibt Nordkorea sein Atomprogramm heimlich weiter?

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Ein nordkoreanischer Raketentest im Juli 2017: Das Foto soll den Start einer Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-14 zeigen. Bild: AP

Donald Trump glaubt fest an die per Handschlag besiegelte Zusage des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un. Doch amerikanische Geheimdienste zweifeln am Abbau seines Atomwaffenprogramms.

          Die amerikanischen Geheimdienste haben laut Medieninformationen ernsthafte Zweifel an Nordkoreas Bekenntnis zur atomaren Abrüstung. Nordkorea wolle einen Teil seines atomaren Materials behalten und Produktionsstätten vor den Vereinigten Staaten verstecken, berichteten die „Washington Post“ und der Sender NBC am Wochenende unter Berufung auf die amerikanischen Nachrichtendienste. Präsident Donald Trump will indes an seinem Entspannungskurs festhalten: „Ich glaube, sie meinen es ernst“, sagte er mit Blick auf Nordkorea.

          Die „Washington Post“ berichtete von Hinweisen der Geheimdienste auf geheime Produktionsstätten in Nordkorea und die Entwicklung von Methoden zur Verschleierung der Herstellung von Atomwaffen. NBC berichtete, Nordkorea weite seine Produktion von Brennstoff für den Bau von Atomwaffen aus. Dafür würden mehrere geheime Produktionsstätten genutzt.

          Es gebe „keinen Beweis“, dass Nordkorea seinen Atomwaffenbestand reduziere oder seine Produktion zurückgefahren habe, sagte laut NBC ein US-Regierungsvertreter. Es gebe hingegen „absolut eindeutige Beweise“, dass Pjöngjang versuche, die USA zu täuschen.

          Trumps Sicherheitsberater John Bolton wollte die Medienberichte am Sonntag öffentlich weder bestätigen noch dementieren. „Keiner, der an diesen Verhandlungen beteiligt ist, ist naiv“, sagte Bolton dem Sender Fox News. „Wir setzen alle unsere Mittel ein, um zu verstehen, was Nordkorea gerade macht.“

          Präsident Trump vermied in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview Zweifel an Nordkoreas Zusagen. „Ich glaube, sie wollen es tun“, sagte er dem Sender Fox News in einem Interview, das vor Bekanntwerden der Medieninformationen zu Nordkoreas Atomprogramm aufgezeichnet worden war. Abermals wies Trump auf seine „sehr gute Chemie“ mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hin. „Ich habe einen Deal mit ihm gemacht. Ich habe ihm die Hand geschüttelt.“

          Nordkoreas Machthaber hatte bei dem Gipfeltreffen mit Präsident Donald Trump am 12. Juni in Singapur in die komplette atomare Abrüstung seines Landes eingewilligt. Genauere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen wurden jedoch nicht genannt, weshalb die Vereinbarung von vielen Seiten als zu vage kritisiert wird.

          Die ursprüngliche Forderung der Vereinigten Staaten, die Denuklearisierung müsse auch „überprüfbar und unumkehrbar“ sein, tauchte im Abschlussdokument nicht auf. Trump erklärte aber, der Prozess der „Denuklearisierung“ werde „sehr, sehr schnell“ beginnen.

          Vor dem Gipfel hatte Nordkorea in einem als Zeichen des guten Willens dargestellten Schritt sein Atomtestgelände Punggye Ri unbrauchbar gemacht. Auf dem Gelände waren alle von Nordkorea gemeldeten sechs Atomtests vorgenommen worden.

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