Home
http://www.faz.net/-gq5-75h4v
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Zwei Monate nach „Sandy“ Repräsentantenhaus blockiert Hilfe für Hurrikan-Opfer

Die Betroffenen des Hurrikans „Sandy“ an der amerikanischen Ostküste warten weiter vergeblich auf Hilfsgelder aus Washington. Das von den Republikanern dominierte Repräsentantenhaus verhinderte eine nötige Abstimmung.

© AFP Vergrößern Die Hurrikan-Opfer warten weiter auf finanzielle Hilfe

Gut zwei Monate nach dem Hurrikan „Sandy“ an der amerikanischen Ostküste müssen die Betroffenen weiter auf Hilfsgelder aus Washington warten. Der republikanische Mehrheitsführer im Abgeordnetenhaus, John Boehner, verhinderte am Mittwoch ohne Angaben von Gründen eine Abstimmung über ein Gesetz, das insgesamt mehr als 60 Milliarden Dollar (45,3 Milliarden Euro) für die Opfer des verheerenden Sturms zur Verfügung gestellt hätte. Die andere Kongresskammer, der Senat, hatte die Summe bereits in der vergangenen Woche freigegeben.

Der amerikanische Präsident Barack Obama, New Jerseys republikanischer Gouverneur Chris Christie und viele Kongressmitgliedern kritisierten, dass es keine Abstimmung gab. Das Weiße Haus hatte die Gesetzgeber um die Freigabe der Mittel gebeten. Am Donnerstagmittag geht die laufende Legislaturperiode des Kongresses zu Ende. Danach müssen alle Gesetze in beiden Kammern neu verhandelt werden. „Ihr solltet Euch schämen“, sagte Christie in Richtung des Abgeordnetenhauses. Er gab seinem Parteifreund Boehner die alleinige Schuld für das fortgesetzte Leiden zahlreicher „Sandy“-Opfer, die bei dem Sturm ihr Hab und Gut verloren hatten.

„Tradition“ gebrochen

In einer gemeinsamen Mitteilung beklagten auch der demokratische Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, und sein republikanischer Kollege aus New Jersey, Chris Christie, eine Verzögerung durch das Repräsentantenhaus. „Nach allem, was New York und New Jersey, unsere Millionen Einwohner und kleinen Firmen ausgehalten und erlitten haben, sind diese Unentschlossenheit und diese Verzögerung durch das Repräsentantenhaus unentschuldbar“, erklärten sie. Das Repräsentantenhaus habe damit die „Tradition“ gebrochen, dass amerikanische Bürger in Notsituationen schnelle Unterstützung erhielten.

Durch den Wirbelsturm „Sandy“ vom 29. Oktober waren in den Vereinigten Staaten 120 Menschen ums Leben gekommen. Der Sturm richtete im Nordosten der Saaten schwere Zerstörungen und Überschwemmungen an, vor allem in New York und New Jersey.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA, AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kampf gegen den Islamischen Staat Repräsentantenhaus billigt Bewaffnung syrischer Rebellen

Eine breite Mehrheit von Republikanern und Demokraten unterstützt das Ziel von Präsident Barack Obama, moderate Kämpfer der syrischen Opposition zu bewaffnen und auszubilden. Jetzt muss noch der Senat zustimmen. Mehr

18.09.2014, 15:37 Uhr | Politik
Waldbrand in New Jersey

Ein Großfeuer frisst sich durch den amerikanischen Bundesstaat. Dutzende Häuser wurden bereits evakuiert, die Flammen bedrohen auch eine Schule. Mehr

25.04.2014, 08:17 Uhr | Gesellschaft
Treffen in Washington Obama will Poroschenko keine Waffen liefern 

Trotz eindringlicher Bitten des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenkos in seiner Rede vor dem amerikanischen Kongress will Barack Obama von Waffenlieferungen an Kiew vorerst absehen. Mehr

19.09.2014, 00:03 Uhr | Politik
Obama besucht spontan ein Baseball-Training

Überraschend tauchte Präsident Barack Obama in einem Stadtpark in Washington auf, um sich das Training eines Kinder-Baseballteams anzuschauen. Mehr

20.05.2014, 11:08 Uhr | Gesellschaft
Kampf gegen Islamischen Staat Kongress billigt Bewaffnung syrischer Rebellen

Nach dem amerikanische Abgeordnetenhaus hat auch der Senat das Ersuchen des amerikanischen Präsidenten gebilligt, die Rebellen der Freien Syrischen Armee aufzurüsten. Laut Obama zählt die Allianz gegen den IS mittlerweile 40 Staaten. Mehr

19.09.2014, 01:19 Uhr | Aktuell
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 02.01.2013, 21:32 Uhr

Die Macht von unten

Von Reinhard Müller

Das Unabhängigkeits-Referendum in Schottland hat gezeigt: Der Bundesstaat muss wie die EU täglich erkämpft werden. Ohne die Bürger geht es nicht. Mehr 8 17