China träumt eigenen Angaben nach schon „seit Generationen“ von einem eigenen Flugzeugträger. Auch in der Wirklichkeit verfolgt Chinas Marine schon länger ein eigenes Programm zum Bau der gewaltigen Schiffe. Der Einsatz amerikanischer Flugzeugträger im Golfkrieg zu Beginn der neunziger Jahre sowie das Auftauchen zweier amerikanischer Flugzeugträger vor der chinesischen Küste im Taiwan-Konflikt zur Mitte des Jahrzehnts hatten den Seestreitkräften der Volksrepublik ihre Schwachpunkte deutlich vor Augen geführt.
Doch nun soll sich der Traum endlich erfüllt haben. Am Mittwoch hat der erste Flugzeugträger in chinesischem Besitz zum ersten Mal vom Ufer in der nordostchinesischen Stadt Dalian abgelegt, wie die Staatsagentur Xinhua berichtete. Das Ereignis wurde laut Xinhua von Marineenthusiasten und Zuschauern gefeiert.
Bei dem chinesischen Schiff handelt es sich um den früheren Flugzeugträger der Sowjetmarine „Varyag“, den China 1990 von der Ukraine gekauft hatte. China hatte den 304 Meter langen Träger unfertig übernommen und einer Jahre dauernden Generalüberholung unterzogen. Wie es heißt, soll er zunächst nur der „Forschung und Übung“ dienen. Den Berichten nach soll nach der kurzen Testfahrt weiter an dem Gefährt gearbeitet werden. Chinas Anspruch auf einen eigenen Flugzeugträger begründete die Agentur mit der langen Küstenlinie, die verteidigt werden müsse, und den „enormen“ maritimen Interessen. Gleichzeitig stellte sie den defensiven Charakter der chinesischen Rüstung heraus.
Seit Jahren arbeitet China fieberhaft am Ausbau seiner Seestreitkräfte
Während die Nachricht unter den chinesischen Patrioten für Verzückung sorgt, verstärkt sie bei Nachbarstaaten wie Japan das Misstrauen über die chinesische Aufrüstung. Dabei ist das Programm längst nicht ausgereift. So braucht es für eine funktionierende Trägergruppe, die mit den amerikanischen Vorbildern vergleichbar wäre, mehr als nur eine schwimmende Plattform, sondern auch Begleitschiffe wie U-Boote, Raketenkreuzer und Versorger. Zu denken gibt allerdings der Zeitpunkt des Testlaufs.
Chinas Marine tritt in den umliegenden Gewässern mit wachsendem Selbstbewusstsein auf. In den Nachbarländern dürfte der Test als bewusste Machtdemonstration gewertet werden. Nicht zuletzt ist die „Varyag“ für China auch ein Statussymbol, das den Aufstieg zur überregionalen Seemacht markieren soll. Seit Jahren arbeitet China fieberhaft am Ausbau seiner Seestreitkräfte von einer Küsten- in eine Hochseemarine.
Bei der reinen Machtdarstellung werden die Chinesen es auch nicht belassen. Berichten nach wird in der Jiangnan-Werft in Schanghai derzeit an zwei eigenen Flugzeugträgern gebaut. Nach Ansicht von Fachleuten sind mindestens drei solcher Schiffe nötig, um Seeoperationen zwischen Chinas Küsten und etwa Afrika und der Golfregion durchführen zu können. Ein Ziel dürfte die Sicherung der Seeverbindungen im Indischen Ozean und in Südostasien sein, über die China einen erheblichen Teil seines Handels abwickelt. Der Bau der Träger dürfte Milliardenbeträge verschlingen, eine Summe, die China derzeit durchaus aufbringen kann.
Ein Drache rüstet zur Übernahme der Weltherrschaft
Volker Spielmann (Schildwache)
- 10.08.2011, 18:58 Uhr
Chinesische Flugzeugträger sind zu begrüßen
Adrian W.T. Dostal (Morgendaemmerung)
- 10.08.2011, 17:36 Uhr
Es handelt sich nicht
Hartmud Ose (hwarang)
- 10.08.2011, 15:50 Uhr
Wird medial überbewertet
Theodor Wedel (TheodorWedel)
- 10.08.2011, 15:35 Uhr
Sehr bedrohlich
Martin Schmitt (Ameisenschreck)
- 10.08.2011, 13:28 Uhr
