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Zoff zwischen den Arabern : Game of Thrones am Golf

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Die Herrscher im Kreis, viele Männer dahinter. Der Golf-Kooperationsrat bei einem Treffen in Doha (Archivbild) Bild: AFP

Die wichtigste Allianz im Nahen Osten eint ein gemeinsamer Gegner: Iran. Doch der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Qatar spaltet den Golf-Kooperationsrat. Die Mitgliedsstaaten sind sich selbst am nächsten.

          Im Sommer 2010 zeigte sich im Golfkooperationsrat (GKR), auf was viele Kommentatoren in der jetzigen Krise zwischen dem Haus Saud und den al Thanis von Qatar hoffen: Kompromissbereitschaft. Um die Bestellung des aktuellen Generalsekretärs des Rates gab es damals massive Querelen. Bahrein, welches das Vorschlagsrecht hatte, konnte seinen Wunschkandidaten für die Amtszeit ab April 2011 nicht durchsetzen. Qatar störte sich an dessen Rolle im Grenzkonflikt zwischen beiden Ländern. Bis heute sind die meisten Grenzverläufe zwischen den GKR-Partnern nicht geklärt. Erst ein Brief des damaligen Königs Abdullah ibn Abd al Aziz von Saudi-Arabien an den Herrscher Bahreins brachte die Wende. Bahrein benannte den Ingenieur und ehemaligen Generalleutnant Abdul al Zayani als Kompromisskandidat. Nur zwei Tage vor dem Deal war es dem Herrscher aus Riad so gelungen, Qatar zur Freilassung zweier seiner Staatsbürger zu bewegen, die dort seit 1996 wegen eines Putschversuches in Haft saßen. Der Vorfall zeigte abermals das massive Spannungsgefüge zwischen den Dynastien der Halbinsel.

          Um zwischen ihnen eine Allianz 1981 zusammenzubringen, brauchte es eine Bedrohung, die die internen Konflikte der Golfmonarchien überlagerte. Sie entstand durch weltpolitische Veränderungen Ende der 70er Jahre. Zuvorderst stand der Sturz des Schah-Regimes in Iran 1979. Die sunnitischen Golfmonarchen fürchteten eine Radikalisierung ihrer schiitischen Bevölkerungsteile durch das Mullah-Regime. Auch überfiel die Sowjetunion im selben Jahr Afghanistan. Das nährte die Angst, die Rote Armee könnte über Zentralasien in den Nahen Osten vorstoßen. Als Reaktion auf das sowjetische Vorgehen erklärten die Vereinigten Staaten jeden Versuch einer äußeren Macht, am Persischen Golf Fuß zu fassen, zum Kriegsgrund. Für die Ölscheichs hieß dies, dass sie mit selbstständigen amerikanischen Militäraktionen zu rechnen hatten, zumal 1980 der erste Golfkrieg zwischen dem Irak und Iran ausbrach und so die  Lunte am Pulverfass Naher Osten entzündete. Der Golfkooperationsrat war der Versuch, sie auszutreten, bevor die Region explodiert. Ein System kollektiver Verteidigung, das zudem die Streitigkeiten der Mitgliedsstaaten ausbalancieren sollte.

          Machtwechsel durch Herrschertod oder Putsch

          Doch im Gegensatz zu anderen Bündnissystemen wie der Nato oder dem Warschauer Pakt lastet auf dem GKR seit Anbeginn ein Reihe von Hypotheken. So wurden einige Bündnismitglieder erst zu Beginn der 1970er Jahre zu Staaten. Ihre dynastischen Konflikte aus der Zeit der Stammesfürsten bestehen bis heute fort. Bis auf eine Ausnahme. Der alte Emir von Qatar, Hamad bin Chalifa al Thani, hatte seinen Vater noch ins Exil getrieben. Seinem Sohn Tamim blieb das Putschen erspart. Dessen Vater dankte 2013 ab, der Junior durfte übernehmen – das war etwas Neues in Arabien. Bis dato galt: Machtwechsel durch Herrschertod oder Putsch – oder: „Game of Thrones“ statt demokratischer Wahlen wie im Westen. Der gemeinsame Nenner der Mitglieder ist zudem keine breite Wertebasis, sondern vor allem eine „negative Solidarität“ zwischen den Golfmonarchen. Er ist der Kitt dieses Bündnisses zusammen mit dem Blockverhalten gegen Iran.

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