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Zimbabwe Hunderte fliehen in südafrikanische Botschaft

 ·  Einen Tag vor der geplanten Stichwahl in Zimbabwe wächst unter der Bevölkerung die Angst vor politischer Gewalt. Hunderte drängelten sich in der Nacht auf dem Gelände der südafrikanischen Botschaft. Nun kritisierte der frühere südafrikanische Präsident Mandela erstmals das Regime im Nachbarland.

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Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice hat den zimbabwischen Präsidenten Robert Mugabe davor gewarnt, die Stichwahl an diesem Freitag wie geplant abzuhalten und sich hinterher zum Sieger auszurufen. Wegen des Boykotts der Opposition kann die Wahl unter keinen Umständen als rechtmäßig anerkannt werden, jedes Ergebnis ist damit illegitim, wie Rice in Kyoto zu Beginn der Beratungen eines Außenministertreffens der G-8-Staaten sagte. Rice sagte, Mugabe solle auf das Angebot von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit eingehen.

Tsvangirai hat eine Übergangsregierung vorgeschlagen, in der er mit Mugabes Regierungspartei ZANU-PF zusammenarbeiten würde, nicht jedoch mit dem Machthaber selbst. Der Oppositionsführer hatte seine Kandidatur am Sonntag wegen der eskalierenden Gewalt und Einschüchterungskampagnen zurückgezogen. Die Minister der acht größten Industriestaaten sollten bei ihrem Treffen in Japan auch über die Krise in Zimbabwe sprechen.

Angst vor Mugabes Anhängern

Aus Furcht vor der politischen Gewalt in Zimbabwe haben rund 200 Menschen Zuflucht in der südafrikanischen Botschaft in Harare gesucht. Männer, Frauen und Kinder drängelten sich in der Nacht zum Donnerstag auf dem Gelände der Botschaft, wie ein AFP-Reporter berichtete. Hilfsorganisationen verteilten Decken an die Flüchtlinge, die nach eigenen Angaben nach Angriffen mutmaßlicher Anhänger von Präsident Robert Mugabe aus ihren Dörfern geflohen waren.

Er fürchte um seine Sicherheit, sagte der auf das Botschaftsgelände geflüchtete Tangai Takaruza von der Oppositionspartei Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC). Zuvor habe er sich in der MDC-Parteizentrale versteckt, die jedoch am Montag von der Polizei geräumt worden war. Durch die Flüchtlinge in der Botschaft könne Südafrikas Präsident Thabo Mbeki gedrängt werden, seine Bemühungen um die Lösung der politischen Krise in Zimbabwe zu verstärken, sagte eine Frau unter den Flüchtlingen. Mbeki agiert in dem Konflikt als Vermittler. Kritiker bemängeln jedoch seine Politik der „stillen Diplomatie“.

Obama kritisiert afrikanische Staaten

Die Vereinten Nationen und vor allem die afrikanischen Staaten müssten die politische Gewalt in Zimbabwe wesentlich deutlicher verurteilen, forderte der amerikanische Präsidentschaftsbewerber Obama. Vor allem die afrikanischen Länder hätten viel zu lange dazu geschwiegen und zugelassen, dass Mugabe hinter einer antikolonialistischen Propaganda sein eigenes Versagen verstecke, kritisierte er.

Auch der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela hat erstmals das Regime im Nachbarland öffentlich kritisiert. Dort sei ein „tragisches Versagen der Führung“ zu beobachten, sagte Mandela bei einem Benefiz-Dinner am Mittwochabend in London. Weiter äußerte der Friedensnobelpreisträger sich nicht zur Lage in Zimbabwe, das enge Verbindungen zu Südafrika unterhält. (Siehe auch: Südafrika liefert alles, was Zimbabwe braucht) Eine Reaktion Mandelas auf die Gewalt, die das Regime von Präsident Robert Mugabe gegen die Opposition ausübt, war lange erwartet worden.

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Wir sind Jonny

Von Philip Eppelsheim

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