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Zentralafrikanische Republik : Rebellen marschieren auf Bangui

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Soldaten der Präsidialgarde in Bangui Bild: AFP

Die Rebellen der Zentralafrikanischen Republik nähern sich der Hauptstadt. Auch Tschad und Frankreich haben Truppen in dem Land. Werden sie gegen die Aufständischen vorgehen?

          In der Zentralafrikanischen Republik hat die Rebellenkoalition Séléka ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Bangui fortgesetzt. Am Dienstag nahm sie den Ort Kaga-Bandoro ohne große Gegenwehr ein, wie der französische Sender RFI berichtete. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP zogen sich die Regierungstruppen in die Stadt Sibut zurück. Kaga-Bandoro liegt 340 Kilometer nördlich von Bangui und ist die vierte Bezirkshauptstadt, die die Rebellen binnen weniger Tage einnahmen. Sie forderten die Regierungstruppen auf, sich zu ergeben.

          Etwa 350 Soldaten der Armee des nördlichen Nachbarlands Tschad sollen verhindern, dass Bangui eingenommen wird. Das Wohlergehen von Präsident François Bozizé hängt von Tschad und Frankreich ab, die hier seit Jahren eine Militärpräsenz unterhalten. Frankreich hat ständig etwa 200 Soldaten am Flughafen von Bangui stationiert. Staatspräsident François Hollande beorderte Soldaten des Kontingents zur französischen Botschaft, nachdem eine aufgebrachte Menge die Vertretung in Bangui angegriffen hatte. Die Demonstranten waren offenbar erbost, dass Frankreich nicht gegen die Rebellen vorgehe.

          Paris verurteilte das Vorgehen der Aufständischen und rief zu Verhandlungen auf. Bei Friedensgesprächen in N’Djamena am 21. Dezember war eigentlich ein Waffenstillstand vereinbart worden. Bangui erklärte sich zu weiteren Verhandlungen bereit, machte sie aber von einem Rückzug der Rebellen auf Positionen abhängig, die diese vor dem 10. Dezember gehalten hatten.

          Mit Hilfe Tschads an die Macht geputscht

          Die Séléka-Koalition wirft der Regierung vor, einen Friedensvertrag von 2007 nicht eingehalten zu haben. Im Zuge dieses Abkommens sollten politische Gefangene freigelassen, demobilisierte Kämpfer bezahlt und die Rebellen Teil der regulären Armee werden. Die Regierung der Zentralafrikanischen Republik ist ständig mit Aufständen konfrontiert. Außerhalb von Bangui hat sie wenig Einfluss. Daher konnten sich in den vergangenen Jahren immer wieder Rebellengruppen, die gegen Tschads Präsidenten Idriss Déby kämpfen, in der Zentralafrikanischen Republik neu formieren. Im weiten Osten des Landes zwischen Sudan, Südsudan, Kongo und Uganda hat sich außerdem die „Widerstandsarmee des Herrn“ (Lord’s Resistance Army, LRA) festgesetzt, die durch den Einsatz von Kindersoldaten, massenhafte sexuelle Übergriffe und Massaker von sich reden macht.

          Präsident Bozizé hatte sich 2003 mit Hilfe Tschads an die Macht geputscht, nachdem er zwei Jahre lang eine Rebellion gegen den damaligen Machthaber Ange-Felix Patassé angeführt hatte. Unmittelbar nach der Machtergreifung Bozizés formierte sich eine neue Rebellenkoalition, die es aber nicht schaffte, Bozizé zu stürzen. Der Friedensvertrag 2007 beendete den Konflikt offiziell, wenn Splittergruppen auch weiterkämpften. Séléka ist eine im August gegründete Koalition mehrerer Rebellengruppen, die von Am Nondokro Djotodia geführt wird, einem ehemaligen Mitarbeiter des Außenministeriums, der bereits 2006 einen Putschversuch unternommen hatte.

          Im Juli bereits hatte Bozizé seinen langjährigen Finanzminister Sylvain Ndoutingai entlassen, der sich mit Bozizés Sohn, dem Verteidigungsminister Jean Francis Bozizé, überworfen hatte. Die Regierung warf Ndoutingai am Mittwoch vor, die Séléka-Rebellen zu unterstützen. Ndoutingai hatte sich gegen eine dritte Amtszeit Bozizés ausgesprochen, der zuletzt 2011 wiedergewählt worden war.

          Die Zentralafrikanische Republik ist reich an Bodenschätzen wie Diamanten und Gold. Zudem verfügt sie auch über ein Uran-Vorkommen nahe der Stadt Boukouma, das derzeit vom französischen Energiekonzern Areva ausgebeutet wird.

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