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Wikileaks-Gründer : Steilvorlage für Assange

Julian Assange Bild: AFP

Großbritannien gibt Wikileaks-Gründer Julian Assange mit der Drohung, ihn notfalls auch mit Gewalt aus der ecuadorianischen Botschaft zu holen, die Möglichkeit, weiter an seinem Mythos zu stricken.

          Was immer man von Julian Assange und seinem Treiben halten mag; er ist weder Usama Bin Ladin noch ein Mafiaboss. Und deshalb war es - vorsichtig formuliert - ungeschickt, dass sich die britische Regierung gegenüber Ecuador auf ein Gesetz beruft, das es in Einzelfällen erlaubt, Personen aus Botschaftsgebäuden zu holen, die dort Zuflucht gesucht haben.

          Abgesehen davon, dass dies einen Präzedenzfall (auch für britische diplomatische Vertretungen) schüfe: Mit ihrem Verhalten hat die britische Regierung Assange, der sich mit Vorliebe als von allen Mächten des Bösen verfolgte Unschuld gibt, eine Steilvorlage geliefert. Jetzt kann er erst recht an seinem Mythos stricken.

          Es ist folgerichtig, dass er dabei die Hilfe seiner „antiimperialistischen“ Freunde in Anspruch nimmt, an vorderer Front Ecuador. Dass sich ausgerechnet eine Regierung wie die Ecuadors als Verteidigerin der Menschenrechte aufspielen kann, ist beschämend, aber letztlich Londons Schuld. Leider geht dabei völlig unter, dass Assange verdächtigt wird, in Schweden eine Frau vergewaltigt zu haben.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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