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Wikileaks-Gründer Assange gegen Kaution frei

16.12.2010 ·  Der inhaftierte Wikileaks-Chef Julian Assange ist wieder auf freiem Fuß: Am Abend wurde er gegen Zahlung einer Kaution aus dem Gefängnis entlassen. Das höchste britische Zivilgericht hatte die Freilassung zuvor angeordnet.

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Der Wikileaks-Gründer Julian Assange ist aus der Haft entlassen worden. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Donnerstag. Er muss sich in den kommenden Wochen auf einem Landsitz in England aufhalten, den er als ständige Adresse angegeben hat, und unter anderem eine elektronische Fußfessel tragen, hatte ein Gericht zuvor entschieden.

Zuvor hatte das höchste britische Zivilgericht am Donnerstag in zweiter Instanz zugunsten einer Freilassung des 39 Jahre alte Australiers entschieden. Assange saß wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs zweier Frauen auf Grundlage eines EU-weiten Haftbefehls aus Schweden seit mehr als einer Woche in Untersuchungshaft.

Ein Richter hatte am Dienstag angeordnet, Assange gegen eine Kaution von 200.000 Pfund (236.000 Euro) auf freien Fuß zu setzen. Dagegen hatte die britische Vertreterin der schwedischen Justiz vor Gericht, Gemma Lindfield Berufung eingelegt. Auch wenn Assange eine elektronische Fußfessel trage, einen festen Wohnsitz nachweisen könne, sich täglich bei der Polizei melde und seinen Pass abgebe, bestehe weiterhin Fluchtgefahr, argumentierte sie. Die schwedischen Behörden wollen die Auslieferung Assanges erreichen, um ihn wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung zu befragen. Eine Anklage gibt es nicht.

Medien: Washington bereitet Klage vor

Indes bereitet nach einem Bericht der Zeitung „The New York Times“ die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Staaten eine eigene Klage gegen Assange vor. Hierfür werde untersucht, ob Assange direkten Kontakt zum Obergefreiten der amerikanischen Streitkräfte Bradley Manning hatte, der Wikileaks geheime Dokumente zugespielt haben soll.

Hierbei sei entscheidend, ob der Wikileaks-Gründer den Obergefreiten dazu anstiftete und half, Geheimnisverrat zu begehen. Sollte dies der Fall sein, könne die Staatsanwaltschaft Assange in den Vereinigten Staaten wegen Verschwörung vor Gericht stellen, berichtete die Zeitung. Die Behörden vermuteten, dass Assange online direkten Kontakt zu Manning hatten. Der mittlerweile inhaftierte Manning selbst habe angegeben, dass Assange ihm Zugriff auf die Server von Wikileaks gab, um die Dokumente hinaufzuladen.

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Von Thomas Gutschker

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