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Wiederaufnahme in die Kirche Piusbrüder offenbar weiter unschlüssig

Die Piusbruderschaft will die „zuletzt vom Vatikan vorgelegte Version“ über Bedingungen für die Wiederaufnahme in die Kirche offenbar nicht annehmen.

© dpa Vergrößern Der Generalobere der Piusbrüder, Bischof Bernard Fellay

Die traditionalistische Piusbruderschaft ist offenbar weiterhin nicht bereit, die Bedingungen des Heiligen Stuhls für ihre volle Wiederaufnahme in die Kirche anzunehmen. In einem „vertraulichen“ und „internen“ Rundbrief, der aber im Internet kursiert, schreibt Generalsekretär Thouvenot, der Generalobere, Bischof Fellay, könne die „zuletzt vom Vatikan vorgelegte Version“ des Einigungsdokuments nicht unterzeichnen. Das Anfang Juli tagende Generalkapitel der Piusbruderschaft soll nun über dieses Dokument und den gesamten Vorgang beraten. Es wird mit einem heftigen Streit über den nächsten Schritt gerechnet.

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Der Distriktobere der Bruderschaft in Deutschland, Schmidberger, wollte gegenüber dieser Zeitung wissen, dass „Leute im Vatikan“ gebe, die entgegen dem Wunsch von Papst Benedikt XVI. „neuen Sand ins Getriebe“ gestreut hätten. Doch bezeichnete Schmidberger es als ein „gutes Zeichen“, dass der Papst am Dienstag den amerikanischen Erzbischof Joseph Augustine Di Noia am Dienstag zum Vizepräsidenten der Kommission „Ecclesia Dei“ ernannt hat. Diese Kommission ist unter dem Dach Kongregation für die Glaubenslehre für den Dialog mit der Piusbruderschaft zuständig. Di Noia solle wohl die Sache im Sinne des Papstes voranbringen, mutmaßte Schmidberger. Der Sprecher das Vatikan, Lombardi, sagte hingegen dieser Zeitung, der Papst sei in der Tat „für die Einigung, aber nur unter theologisch klaren Bedingungen“. Diese hätten sich nicht geändert. Der Dominikaner Di Noia war bisher Sekretär der Sakramentenkongregation.

Thouvenot gibt in seinem im Internet kursierenden Schreiben vor, der Papst sei mit der Version des Lehrschreibens, die der Generalobere Fellay im April unterbreitet habe, einverstanden gewesen. Fellay hatte die „lehrmäßige Präambel“, welche die Glaubenskongregation unter Kardinal Levada der Bruderschaft im September 2011 nach einem anderthalb Jahre währenden Dialog vorgelegt hatte, an mehreren Stellen verändert und diese Version unterschrieben. Während der Papst die Fellaysche Fassung angeblich gutgeheißen habe, hätte Levada Mitte Juni eine „wieder um einige Monate zurückgedrehte“ Textversion vorgelegt, welche die Bruderschaft „eindeutig nicht akzeptieren“ könne, so Thouvenot. Dies habe Fellay Levada sofort mitgeteilt.

Piusbrüder wollen sich nicht zur Ökumene bekennen

Nun muss das seit langem angekündigte Generalkapitel der Piusbruderschaft über den nächsten Schritt beraten. Zu diesem Treffen wurde nach Angaben von Thouvenot der Bischof der Bruderschaft Richard Williamson nicht eingeladen. Grund für den von Fellay verfügten Ausschluss Williamsons, der als Holocaust-Leugner bekannt geworden ist, seien dessen kritische Äußerungen über die Einigungsbemühungen. Williamson habe „zur Rebellion aufgerufen“.

Der Vatikan verlangt von der Piusbruderschaft die Anerkennung der lehramtlichen Positionen der Bischöfe und des Papstes seit dem II. Vatikanischen Konzil. Diese Forderung ist in der (unveröffentlichten) „lehrmäßigen Präambel“ festgehalten, welche die Glaubenskongregation im September vorigen Jahres als Grundlage einer möglichen Aussöhnung formulierte hatte. Der Vatikan hatte die beiden ersten Antworten der Traditionalisten als „ungenügend“ zurückgewiesen. So wollen sich die Piusbrüder nicht zu Glaubensfreiheit und zur Ökumene bekennen.

Mitte Mai hatte die Glaubenskongregation über Fellays Version der Präambel beraten und dem Papst angeblich geraten, die Beratungen mit Fellay von den Verhandlungen mit den drei weiteren Traditionalistenbischöfen abzukoppeln, die zusammen mit Fellay 1988 ohne päpstliche Zustimmung von Erzbischof Marcel Lefebvre geweiht worden waren; unter ihnen Williamson. Sollte es zu einer Übereinkunft zwischen Fellay und dem Vatikan kommen, dürfte sich die Piusbruderschaft über diesen Schritt spalten. Für die mit Rom versöhnten Piusbrüder soll dann eine Personalprälatur geschaffen werden, eine direkt dem Papst unterstellte Organisationsstruktur, wie sie derzeit nur für das Opus Dei besteht.

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Quelle: F.A.Z.

 
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