http://www.faz.net/-gpf-9bkqf

Seenotretter im Mittelmeer : Weiteres Schiff mit Migranten wartet vor Italien auf Hafeneinfahrt

  • Aktualisiert am

Seit Donnerstag ist die „Lifeline“ mit 239 Flüchtlingen an Bord von der italienischen Blockade betroffen. Bild: AP

Italiens Innenminister Salvini lässt noch immer keine Schiffe mit Flüchtlingen an italienischen Häfen anlegen. Auch das deutsches Schiff „Lifeline“ ist von der Blockade betroffen.

          Ein weiteres Schiff mit im Mittelmeer geborgenen Migranten wartet auf die Einfahrt in einen Hafen in Italien. Das dänische Containerschiff mit 113 Flüchtlingen an Bord erwarte Anweisungen, wie ein Sprecher der Maersk Line am Samstag sagte. Die „Alexander Maersk“ halte sich vor der Küste Siziliens vor dem Hafen von Pozzallo auf und warte auf Anweisugen. Auch am Sonntagmorgen war nicht klar, wann das Boot anlegen darf. Der Unternehmenssprecher sagte, die Migranten seien am Freitag gerettet worden, nachdem die Koordinierungsstelle für Seerettung das Schiff alarmiert hätte.

          Italienische Medien zeigten ein Video, wie die Migranten teils in Wärmedecken draußen auf dem Schiff warten. Eine Schwangere mit ihrer kleinen Tochter und zwei weitere Kinder und eine Frau seien als Notfälle an Land gebracht worden, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa.

          In jüngster Zeit hat sich Italien geweigert, Schiffe von Hilfsorganisationen mit aufgegriffenen Migranten in seine Häfen zu lassen. Die Behörden werfen den Helfern vor, die Menschen schon in den Küstengewässern Libyens aufzunehmen und damit den kriminellen Schleppern in die Hände zu spielen. Auch das Schiff „Lifeline“ der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline ist mit 239 Flüchtlingen seit Donnerstag auf dem Meer blockiert. Bisher hat kein Land dem Schiff erlaubt, anzulegen. An Bord sind auch vier Kleinkinder. Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega verbietet Hilfsorganisationen die Einfahrt in die Häfen, weil er die Retter für Schlepper hält, die Geld mit den Migranten machen wollen.

          Knapp 1000 Flüchtlinge wieder nach Libyen gebracht

          Im Mittelmeer und im Atlantik sind am Freitag und Samstag rund 1000 Migranten aufgegriffen worden, die in die EU wollten. Die libysche Küstenwache nahm nach eigenen Angaben am Freitag 185 Migranten vor der Westküste des Landes auf und barg fünf Leichen. Die Beamten hätten bei zwei Einsätzen Gruppen von 91 beziehungsweise 94 Personen an Land zurückgebracht, sagte ein Sprecher der Küstenwache am Samstag. Die fünf Toten hätten sich mit anderen Personen in einem Schlauchboot befunden, das in Schwierigkeiten geraten sei.

          Insgesamt hat die libysche Küstenwache vergangene Woche rund 950 Personen, die nach Italien wollten, an die nordafrikanische Küste zurückgebracht. Die Zahl der Menschen, die vom Westen Libyens aus versuchen, nach Europa zu gelangen, hat seit Juli 2017 aber stark abgenommen, da die Küstenwache mit Unterstützung der Europäischen Union (EU) ihre Präsenz deutlich verstärkt hat.

          Weitere Themen

          Nicht beim Sterben zuschauen

          Seenotrettung : Nicht beim Sterben zuschauen

          Erstversorgung, Seenotrettung, das ist der Plan, den die Sea-Eye-Gründer in Kneipen vorgestellt haben. Seitdem retten sie Menschen auf ihrer Flucht.

          Diskussion um UN-Migrationspakt Video-Seite öffnen

          Vorstoß von Jens Spahn : Diskussion um UN-Migrationspakt

          Das internationale Abkommen lässt den Konflikt zur Zuwanderung wieder voll aufleben. Der Gesundheitsminister stößt eine mögliche Verschiebung der Annahme des Abkommens an und forderte eine Debatte.

          Vereint in Schmerz und Wut Video-Seite öffnen

          Ukraine : Vereint in Schmerz und Wut

          In einer Kneipe in Mariupol treffen sich Studenten, die vor dem Krieg in der Ostukraine geflohen sind. Was denken sie über ihr Land, Russland und die EU?

          Topmeldungen

          Früherer SS-Wachmann angeklagt : Der Preis der späten Gerechtigkeit

          Vor Jahrzehnten hätte die Justiz Recht sprechen sollen zum Vernichtungssystem der Konzentrationslager. Sie hat es nicht ausreichend getan. Nun steht wieder ein Greis vor Gericht, der als junger Mann SS-Wachmann war. Ist das gerecht? Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.