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Wegen Warteschlangen : Vorerst keine schärferen Kontrollen an Schengen-Außengrenze

Hunderte Autos, stundenlange Wartezeiten: Die Grenze zwischen Kroatien und Slowenien vergangenen Freitag. Bild: AFP

Es sollte der Terrorbekämpfung dienen, doch wegen langer Autoschlangen fahren zwei Schengen-Staaten nach wenigen Tagen die gerade verschärften Grenzkontrollen wieder zurück.

          Die strengen Kontrollen an den Schengen-Außengrenzen, die am Freitag in Kraft getreten sind, haben dem Ansturm der Osterurlauber nicht lange standgehalten. In der Nacht zum Sonntag gaben Kroatien und Slowenien die zeitweilige Aussetzung der von den EU-Innenministern beschlossenen Maßnahme zur Terror-Abwehr bekannt. Dies sei mit dem für Migration und Inneres zuständigen Kommissar Dimitris Avramopoulos vereinbart worden, teilte das kroatische Innenministerium mit.

          Karl-Peter Schwarz

          Korrespondent für die Tschechische Republik, die Slowakei, Rumänien, Slowenien, Kroatien, Montenegro und Albanien mit Sitz in Wien.

          An den Autobahnen von Marburg (Maribor) und Laibach (Ljubljana) nach Zagreb, den beiden wichtigsten Nord-Süd-Transitrouten, herrschte bereits am Freitag Chaos. Bei fast schon frühsommerlichen Temperaturen mussten die Reisenden vor den Grenzübergängen Gruškovje und Obrežje Wartezeiten von durchschnittlich zweieinhalb Stunden in Kauf nehmen. Hunderte Reisebusse warteten sogar bis zu vier Stunden auf die Abfertigung.

          Die Maßnahme war ungeachtet des Ferienbeginns in Österreich und in zwölf deutschen Bundesländern in Kraft gesetzt worden. Nur den Diplomaten und Politikern sei das Chaos, das sie angerichtet hätten, erspart geblieben, schrieb die slowenische Tageszeitung „Delo“, denn sie dürften auch die für Einsatzfahrzeuge reservierte Spur befahren.

          Terrorfahndung gegen Verluste im Tourismus abgewogen

          Nach der Änderung des Schengen-Grenzkodex mussten die Polizeibeamten der beiden Länder systematisch die Reisedokumente aller Ein- und Ausreisenden, auch der EU-Bürger, mit den Datenbanken des Schengen-Informationsdienstes (SIS) sowie der Interpol abgleichen. Bei den Kroaten dauerte das besonders lang, da das Land noch nicht an den SIS angeschlossen ist.

          Das Chaos veranlasste die Regierungen in Zagreb und Laibach schließlich dazu, eventuelle Erfolge bei der Terrorfahndung gegen die mit Sicherheit eintretenden Verluste im Tourismus abzuwägen. Die nächste große Reisewelle wird für Karfreitag erwartet.

          Ab wann wieder systematisch kontrolliert wird, wurde bisher nicht mitgeteilt. Mit langen Wartezeiten bei der Rückreise ist in jedem Fall zu rechnen. Wer lange Staus vermeiden möchte, sollte sich überlegen, den Urlaub auf dem Balkon statt auf dem Balkan zu verbringen.

          Quelle: F.A.Z.

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