05.03.2010 · Vor dem amerikanischen Verteidigungsministerium hat ein 36 Jahre alter Amerikaner um sich geschossen. Er starb nach einem Schusswechsel mit Sicherheitsbeamten. Ein terroristischer Hintergrund wurde nach ersten Ermittlungen ausgeschlossen.
Vor dem amerikanischen Verteidigungsministerium in Washington hat am Donnerstagabend (Ortszeit) ein Mann um sich geschossen und zwei Sicherheitskräfte des Pentagon verletzt. Nach Angaben des Polizeischutzes des Pentagon ereignete sich die Schießerei während des abendlichen Berufsverkehrs an einer U-Bahnstation.
Polizisten einer Spezialeinheit, die zurück schossen, trafen den Angreifer an Kopf und Schultern. Laut der Online-Ausgabe der „New York Times“ erlag er später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der 36 Jahre alte Amerikaner hatte gegen 18.40 am Haupteingang des Pentagons das Feuer auf die Sicherheitsbeamten eröffnet. Der Täter habe sich zunächst „ziemlich ruhig“ verhalten, sagte Richard Keevill, Polizeichef des Verteidigungsministeriums. Auf die Frage nach seinem Ausweis habe er jedoch eine Waffe gezogen und das Feuer eröffnet.
Die beiden Sicherheitskräfte erlitten nur leichte Schürfwunden. Über die Hintergründe des Angriffs gab es bisher keine Angaben. Ein terroristischer Hintergrund wurde nach ersten Ermittlungen ausgeschlossen. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass es irgendeine Verbindung zu nationalem oder internationalen Terrorismus gibt“, sagte Keevill. Im Internet hatte der mutmaßliche Täter Ressentiments gegen die amerikanischen Streitkräfte zum Ausdruck gebracht. Wie aus Polizeikreisen verlautete, stammte der Täter aus Hollister in Kalifornien, wo er im Haus seiner Eltern lebte. Ein Nachbar sagte, der 36-Jährige habe „wie ein normaler junger Mann“ gewirkt.
Pentagon zeitweise abgeriegelt
Sämtliche Eingänge des Gebäudes, in dem rund 26.000 Menschen arbeiten, wurden vorübergehend geschlossen. Amerikanische Fernsehsender zeigten Aufnahmen, wie schwer bewaffnete Sicherheitskräfte nach dem Zwischenfall im Dunkeln die Gegend absuchten. Der TV-Sender CNN zeigte Bilder eines offensichtlich Leichtverletzten auf einer Trage.
Das Pentagon liegt unmittelbar an der Stadtgrenze zu Washington im Bundesstaat Virginia. Bei den Anschlägen am 11. September 2001 ließen islamistische Terroristen ein Passagierflugzeug in das weitläufige Gebäude stürzen und beschädigten es schwer. 125 Menschen kamen dabei ums Leben. Vor den Anschlägen gab es einen direkten Zugang von der U-Bahn zum Verteidigungsministerium. Dieser wurde nach den Attentaten jedoch geschlossen. Seitdem führt eine Rolltreppe aus dem U-Bahn-Schacht, draußen gibt es dann eine Sicherheitskontrolle.