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„Warnschüsse“ Malische Armee stoppt Vormarsch der Islamisten

Erstmals seit der Eroberung Nordmalis durch Islamisten ist Malis reguläre Armee gegen die Aufständischen vorgegangen. Die Rebellen gaben Stellungen nahe der Regionalstadt Mopti auf. Am Donnerstag soll es neue Friedensverhandlungen geben.

© dapd Vorerst zurückgeschlagen: Kämpfer der Islamisten von Ansar al Dine in der Nähe Timbuktus

Die malische Armee hat offenbar unter Einsatz von Artillerie am Montag und am Dienstag einen Vormarsch radikaler Islamisten auf die Stadt Mopti verhindert. Die Zwischenfälle ereigneten sich nur zwei Tage vor der für Donnerstag geplanten nächsten Gesprächsrunde zwischen der Regierung in Bamako und zwei der Rebellengruppen, den Islamisten von Ansar al Dine und den Tuareg-Rebellen der „Nationalen Bewegung zur Befreiung von Azawad“ (MNLA).

Thomas Scheen Folgen:

Ein Sprecher der Armee bezeichnete das Sperrfeuer am Dienstag als „Warnschüsse“ in Richtung neuer Stellungen der Islamisten nahe der Ortschaft Kona. Diese liegt unweit der Regionalstadt Mopti, der letzten von Regierungstruppen gehaltenen größeren Stadt im Norden Malis. Ob es Opfer gab, war zunächst nicht bekannt. Nach Darstellung der Armee haben die Islamisten seither ihre Stellungen rund um Kona aufgegeben.

Es war das erste Mal seit der Eroberung des Nordens Malis durch Tuareg-Rebellen und Islamisten im April vorigen Jahres, dass die malische Armee offensiv gegen diese vorgeht. Der versuchte Vorstoß der Islamisten in Richtung Süden hängt womöglich mit der geplanten ausländischen Militärintervention in Mali zusammen; offenbar wollen die Islamisten die strategisch wichtige Stadt Mopti einnehmen, bevor die 3300 Soldaten der afrikanischen Eingreiftruppe in Mali eintreffen. Der UN-Sondergesandte für die Region, Romano Prodi, sagte am Montag, mit einem militärischen Vorgehen gegen die Rebellen sei nicht vor September zu rechnen.

Ansar al Dine nimmt Zugeständnisse zurück

Am Donnerstag wollen Ansar al Dine und Vertreter der von den Islamisten faktisch entmachteten MNLA abermals mit dem burkinischen Präsidenten Blaise Compaoré und Vertretern der malischen Regierung zusammenkommen, um über ein Ende der Besetzung des Nordens zu verhandeln. Ansar al Dine hatte am Wochenende neue Bedingungen für Verhandlungen gestellt, die nahezu alle bislang von der Gruppe gemachten Zugeständnisse kassieren. Iyad Ag Ghaly, der Anführer der Gruppe, fordert inzwischen neben einer weitgehenden Autonomie für den Norden die Umbenennung der Republik Mali in „Islamische Republik Mali“.

Karte / Mali © F.A.Z. Vergrößern

Auch besteht er darauf, in seinem Einflussgebiet die Scharia strikt anzuwenden. Bei den ersten Gesprächen mit der malischen Regierung hatte Ansar al Dine lediglich darauf bestanden, die Scharia in ihrer Heimatregion Kidal anzuwenden. Für die malische Regierung aber ist der laizistische Charakter der Republik nicht verhandelbar. Ag Ghaly hatte Bamako am Wochenende zudem „fehlende Gesprächsbereitschaft“ unterstellt und die im Dezember vereinbarte Waffenruhe wieder aufgekündigt. Bislang unbestätigten Informationen aus Sicherheitskreisen in Bamako zufolge hatten sich Ansar al Dine und die als terroristisch geltenden Vereinigungen „Al Qaida im islamischen Maghreb“ und „Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika“ Anfang Januar nahe Timbuktu getroffen und sich dabei offenbar neu organisiert. Angeblich sollen an dem Treffen auch Mitglieder der radikalen nigerianischen Sekte Boko Haram teilgenommen haben.

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Quelle: F.A.Z.

 
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