05.10.2011 · Christoph Blochers Wahlkampf-Thema „Überfremdung“ ist in der Schweiz alles andere als neu. Die SVP wirbt wieder mit Konterfeien am Straßenrand und befeuert die Stimmung vor den Wahlen mit einer neuen Sach-Kampagne.
Von Nina BelzRichtlinien für Lesermeinungen
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Ich denke, unabhängig vom Thema wäre eine kostruktíve Diskussion vorteilhaft. Die SVP setzt mal wieder auf die Populismus-Karte. Ein möglichst objektive Betrachtung ist somit gar nicht gewollt. Da sich auch die Argumentation der SVP nicht ändert, ist sie in meinen Augen eine rechtspopulistische Partei. Das Thema der vermeidlichen Überbevölkerung ist jedoch nur gesamtheitlich zu betrachten. Wenn die Schweiz nicht genügend qualfizierte Kräfte auf den Markt bringt, werden Unternehmen Personal aus dem Ausland holen und final auch der schweizer Ökonomie helfen. Die Fachkraft aus dem Ausland, die im Schnitt 10% mehr Steuern über die sog. Quellensteuer zu zahlen hat, ist sehr lukrativ für den Staat. Jedoch hat diese keine Bürgerrecht und kein Wahlrecht. Wählen können nur die Schweizer, die um Ihre Pfründe fürchten (aus welchen Gründen auch immer). CH ist im grossen Stil auf Ausländer angewiesen, das ist nicht zu leugnen. Dieser Tatsache sollten sich alle Beteiligten klar sein.
Wirtschaftlich funktioniert es - aber sonst ?
Die Schweiz profitiert wirtschaftllich stark von den Migranten, denn
diese sind im Schnitt besser ausgebildet als die Einheimischen. Sie
zahlen Steuern und Sozialbeiträge, gründen Firmen usw.
Aber klar ist doch, dass das wirtschaftliche Kritierium nicht das
Einzige sein kann. Die Schweiz ist jetzt schon stark
überbevölkert, die Wohnkosten explodieren, der Prozentsatz von
Sozialhilfeempfängern im reichen Zürich ist erstaunlich hoch.
Kriminalität und Gewaltbereitschaft sind keinesfalls so gering, wie
man von der Schweiz denken möchte. Die SVP malt ein sehr schwarzes
Bild, aber sie hat in der Realität viel dazu beigetragen, dass die
Schweiz viel differenzierter und damit besser mit Immigration umgeht als
zum Beispiel Deutschland, wo man mit sich der Akzeptanz von viel zu
vielen bildungsfernen Immigranten seine Zukunftsfähigkeit kaputt
gemacht hat. Auch die Schweiz braucht in Zukunft definitiv wieder eine
selektivere Einwanderungspolitik und die Erkenntnis das Wirtschaft nicht
alles ist.
Ich denke man sollte mehr differenzieren.
Ich glaube kaum, dass die ausländischen Fachkräfte eine
großen Anteil an der Ausländerkriminaltität haben, das
ist ein anderes Mileau.
Die Schweiz und auch Deutschland brauchen ein strenges Zuwanderer
gesetzt, wie etwa Australien und Kanada.
Dann bleibt der Weg für gut ausgebildete Fachkräfte offen und
der Rest...
Der hohe Wähleranteil der SVP ...
liegt v. a. daran, dass diese Partei im Gegensatz zu den Konkurrenten
die Probleme, welche die Bevölkerung tatsächlich mit der
rapide steigenden Zuwanderung hat – Wohnungsknappheit bzw. extrem
steigende Mieten, Lohndumping, hohe Ausländerkriminalität,
Infrastrukturprobleme etc. – aufgreift und zum Thema macht.
Politiker/Parteien, die von diesen Problemen nichts mit kriegen bzw.
einfach die Augen verschließen weil sie sich in weniger
betroffenen, d. h. besser gestellten Lebensräumen bewegen oder
gegen alle harten Fakten weiterhin an einem längst gescheiterten
idealistischen Multikulti-Programm festhalten, die sollen sich nicht
wundern, wenn sie für soviel Ignoranz vom Wähler abgestraft werden.
Wer also die Erfolge der SVP auf bloße Fremdenfeindlichkeit der
Schweizer zurückführen will, der ignoriert die existenten
Probleme. Abgesehen davon ist es äußerst dämlich
ausgerechnet dem Volk mit dem höchsten Ausländeranteil
europaweit Fremdenfeindlichkeit vorzuwerfen!
multi-kulti und die schweiz
klären sie mich auf, ich kann das nämlich nicht ganz nachzuvollziehen:
in der schweiz leben etwa 22% ausländer, die
überwältigende mehrheit aus deutschland, frankreich, italien,
portugal, serbien. wenn sie es so wollen: kerneuropa. türken gibt
es etwa 4%, 13,6% sind nicht direkzt zuzuordnen. nun bezweifle ich
ersthaft, dass es sich dabei größtenteils um
wirtschaftsflüchtlinge handelt. dafür ist das lohnniveau zu hoch.
dazu kommt die religionszugehörigkeit. über 80% christlich,
10% ohne religionszugehörigkeit, 4% moslems.
und dann lese ich - wie gewohnt - von hoher
ausländerkriminalität, kultureller inkompatiblität,
gescheitertem multi-kulti. ich habe den eindruck, dass erschwerte
wirtschaftliche verhältnisse, konkurrenzdruck und steigende mieten
mal wieder einer einer minderheit angedichtet werden sollen - weils
einfach immer und immer wieder funktioniert.