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Wahlkampf in Amerika Michelle Obama lässt Demokraten jubeln

 ·  Rettet Michelle Obama die Präsidentschaft ihres Mannes? Die populäre First Lady hat auf dem Demokraten-Parteitag eine umjubelte Rede über Barack Obama gehalten. Die Wahlstrategen hoffen auf entscheidende Sympathiepunkte.

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© dapd Begeistert: Michelle Obama redet über ihren Ehemann

Mit einer von Anhängern gefeierten Rede hat sich die amerikanische First Lady Michelle Obama für die Wiederwahl ihres Ehemannes eingesetzt. Präsident Barack Obama verdiene eine zweite Amtszeit, weil er den Kampf sozialer Probleme nicht als Politik ansehe, sondern als persönliche Aufgabe, rief die 48 Jahre alte Michelle Obama am Dienstagabend (Ortszeit) jubelnden Delegierten auf dem Parteitag der Demokraten in Charlotte (North Carolina) zu. Der Auftritt der beliebten Präsidenten-Gattin zur besten TV-Sendezeit sollte Obama wichtige Sympathiepunkte für die Wahl am 6. November einbringen.

„Wir müssen noch einmal zusammenkommen und zusammenstehen für den Mann, dem wir vertrauen können, dass er dieses Land weiter nach vorn bringt“, sagte Michelle Obama am Ende ihrer emotionalen Rede, in der sie tief in die Familiengeschichte eintauchte. „Wenn es darum geht, unsere Wirtschaft wieder aufzubauen, dann denkt Barack an Leute wie meinen Vater und seine Großmutter“, sagte sie und verwies auf die bescheidenen Verhältnisse, in denen beide aufgewachsen waren. Sie setzte damit einen Kontrapunkt zum republikanischen Herausforderer Mitt Romney, der Sohn eines erfolgreichen Geschäftsmanns ist.

Mit Spannung erwartet

Michelle Obamas Ansprache war seit Tagen mit Spannung erwartet worden, nachdem in der vergangenen Woche Ann Romney auf dem Parteitag der Republikaner auf der emotionalen Ebene vorgelegt hatte. In einer hochgelobten Rede stellte auch sie ihren 65 Jahre alten Mann als treu sorgenden Familienvater dar. Michelle Obama lobte die Werte ihres Mannes ebenso umfassend.

Michelle Obama kämpft für ihren Mann

Wie zuvor Ann Romney stellte Michelle Obama auch ihre persönliche Beziehung zu ihrem Gatten in den Mittelpunkt ihrer Rede. Die Erfahrung der Präsidentschaft habe sie noch enger zusammengeführt. „Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist, aber heute liebe ich meinen Mann sogar noch mehr als vor vier Jahren“, sagte sie. Das liege auch daran, dass sie in der Zeit viel über ihn gelernt habe. „Ich habe aus erster Hand erfahren, dass Präsident zu sein Dich nicht verändert - es zeigt, wer Du bist.“ Obama schaute die Rede mit seinen Töchtern Malia und Sasha vor dem Fernseher im Weißen Haus an.

Bill Clinton hält Nominierungsrede

Der dreitägige Parteitag war am Dienstag mit fast 50 Reden und eröffnet worden. An diesem Mittwochabend wollen die knapp 6000 Delegierten Obama offiziell als ihren Kandidaten aufstellen. Die Nominierungsrede wird der frühere Präsident Bill Clinton halten. Obamas große Antrittsrede folgt am Donnerstag. Ziel des medienwirksamen Parteitages ist die Wiederwahl. Für Romney hatte das in der vergangenen Woche nach einer am Dienstag veröffentlichten Gallup-Umfrage nicht funktioniert. Demnach kommt Romney auf 46 Prozent Zustimmung, Obama auf 47. Noch eine Woche zuvor habe Romney einen hauchdünnen Vorsprung gehabt.

Große Aufmerksamkeit erregten auf dem Parteitag auch andere Redner. Der Bürgermeister der texanischen Stadt San Antonio, Julian Castro, trat vor Michelle Obama auf und erhielt für seine harten verbalen Angriffe auf Romney viel Beifall in der voll besetzten Basketball-Arena, die etwa 15.000 Zuschauer fasst. Auch Obamas ehemaliger Stabschef Rahm Emanuel, der heute Bürgermeister von Chicago ist, konnte die Demokraten in Begeisterung versetzen.

Der ehemalige Präsident Jimmy Carter stellte Obama per Videozuschaltung ein blendendes Zeugnis in der Außenpolitik aus. „Präsident Obama hat das Ansehen Amerikas in der Weltgemeinschaft wiederhergestellt“, sagte der 87 Jahre alte Carter. Durch Dialog und Zusammenarbeit habe er den Geist von Vertrauen und guten Willen zurück in internationale Beziehungen gebracht, sagte der Friedensnobelpreisträger.

Demokraten für Steuererhöhungen

Auf dem Parteitag unterstützten die Demokraten auch Obamas Vorhaben, die Steuern für Großverdiener zu erhöhen. Bürger mit einem Einkommen von mehr als 250.000 Dollar (rund 198.000 Euro) sollen künftig höhere Steuern zahlen, heißt es dem verabschiedeten Parteiprogramm. Für die restlichen 98 Prozent der Bevölkerung sollen die Steuern gleich bleiben. Die Republikaner lehnen Steuererhöhungen grundsätzlich ab.

Das Parteimanifest der Demokraten befürwortet im Gegensatz zu der republikanischen Version die gesetzliche Gleichbehandlung homosexueller Paare. Es bekräftige auch das Recht der Frauen, selbst über eine Abtreibung zu entscheiden. Die Republikaner sind kategorisch gegen Abtreibungen ab, auch wenn das Leben der Mutter auf dem Spiel steht, sowie nach Vergewaltigungen oder Inzest.

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