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Wahlkampf in Amerika Alles auf eine Karte

 ·  Auf das Wahlergebnis hat der Vizepräsidentschaftskandidat in Amerika kaum Einfluss. Aber Präsident Obama wird die Personalie Ryan zur weiteren Dämonisierung Romneys nutzen.

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© AFP Mitt Romney und sein Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan auf einer Wahlkampfveranstaltung in Waukesha, Wisconsin

Der Wind, der um die Auswahl eines Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten gemacht wird, steht in keinem Verhältnis zur Wirkung. 1984 wählte sich der Demokrat Mondale, das Kalkül war offensichtlich, die Abgeordnete Ferraro zur Partnerin - Ergebnis: gleich null. Als der ältere Bush den Senator Quayle zu seinem „Vize“ erkor, erntete er viel Spott - und wurde trotzdem gewählt. Dabei ist der spätere Vizepräsident nur den sprichwörtlichen Herzschlag vom Machtzentrum Amerikas entfernt. Es ist also von Belang, wer „running mate“ wird.

Der Republikaner Romney hat sich nun für den Abgeordneten Ryan entschieden, einen „Superfalken“ in fiskalischen Dingen. Romney setzt somit alles auf eine Karte, die der Haushaltskonsolidierung und der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik. Ryan kommt bei der Parteibasis gut an, aber seine Anziehungskraft auf Wechselwähler dürfte begrenzt sein. Die sind mit der Lage zwar unzufrieden, aber ein radikaler Umbau des Sozialstaats dürfte nicht ihr Herz erwärmen. Obama wird die Personalie Ryan als Einladung zur weiteren Dämonisierung Romneys ansehen.

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Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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