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Wahlen in der Mongolei Der Nomade fährt Auto

 ·  Die Mongolen wählen an diesem Donnerstag ein neues Parlament. Die Wirtschaft boomt, aber der Wohlstand ist sehr ungleich verteilt. Desillusionierung greift um sich.

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Werner Schneider

Einer der wenigen guten weil realistischen Artikel

über die Mongolei: Man muß es noch drastischer sagen: die Korruption regiert alles. Die Stadtangestellte mit ihrem Haus für 70000 Euro ist das beste Beispiel. Selbst wenn sie die kleine dreistellige Summe, die man heute( vor wenigen Jahren gab es in den 90ern noch umgerechnet unter 100 Mark dafür) mit solch einem Job verdient, komplett angespart hätte, hätte sie sich das Haus nie zusammensparen können. Der Eindruck von Herrn Preuss deckt sich nicht mit meiner Erfahrung. Die traditionellen Werte sind heute doch sehr ausgehöhlt, insbesondere in UB. Der extreme Kapitalismus hat sich im Lebensgefühl der Leute in unschöner Weise niedergeschlagen. Schon vor einigen Jahren wurde man als westlicher Mann sehr gezielt von sehr knapp bekleideten jungen Damen angegangen, die alle auf der Suche nach einem deutschen Mann, besser nach dessen Geld sind. Die Entwicklung der Mongolei seit 1990 ist ein unrühmliches Beispiel dafür, wie der Kapitalismus in Urform eine Kultur ruiniert.

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Eduardo Preuß
Eduardo Preuß (windei) - 28.06.2012 09:43 Uhr

Ulanbataar ist der Wahnsinn

Ich war vor ca. einem Monat in der Mongolei, hauptsächlich in UB. Tatsächlich, die Wirtschaft boomt. Auf einer Straße sieht man schöne Häuser, 50 Meter dahinter steht man plötzlich im Slum. Weil es war war, bin ich eine halbe Stunde durchgelaufen. Wäre es kalt gewesen, hätten alle in ihren Jurten geheizt. Mit Holz im Ofen. Wasser gibt es an Zentralen Punkten und Strom ist nicht vorhanden. (Mit Vodka lässt es sich dort trotzdem gut aushalten).

Eine Partei will jedem Mongolen 20€ pro Monat aus der Staatskasse zahlen. Lächerlich wenig, wenn man bedenkt, dass Lebensmittel kaum weniger kosten als in Deutschland! Zu der Regelung sagte einer meiner Kontakte: "Ich glaube nicht, dass jemand dieses Geld will. Wir sind ein Volk mit kleinen Pimmeln, aber großem Stolz!"

Wer sich in Deutschland über arm und reich aufregt, sollte sich vor Augen halten, dass hier jeder richtig gut versorgt ist. Trotzdem sind die Mongolen freundlicher/hilfsbereiter. Übernachtung+Essen bei Fremden ist kein Problem...

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Politische Korrespondentin für Ostasien.

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