Der frühere Finanzminister Pranab Mukherjee ist neuer Präsident Indiens. Dies teilte der zuständige Wahlleiter am Sonntag mit. Am Donnerstag hatten die Abgeordneten des Bundes und der Bundesländer ihr Votum abgegeben. Der 76-jährige Kandidat der regierenden Kongresspartei setzte sich deutlich durch. Mukherjee konkurrierte lediglich mit einem Gegenkandidaten, der wenig Unterstützung bekam. In Indien übt der Präsident vorwiegend repräsentative Aufgaben aus.
Das Schwellenland Indien steht vor vielen Herausforderungen. Das Wirtschaftswachstum ist zusammengeschrumpft von nahezu zehn Prozent vor der Finanzkrise auf ein Neun-Jahres-Tief von 5,3 Prozent im Auftaktquartal 2012.
Der Premierminister hat das Finanzministerium mit übernommen
Die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch drohen damit, ihre Bewertung der Bonität Indiens auf Junk-Status herunterzusetzen. Eine wankelmütige Politik sei vom Pfad der ökonomischen Liberalisierung abgekommen und tue nicht genug gegen das überbordende Defizit, lautet die Begründung der Ratingberechner.
Als sich Mukherjee entschied, sich um den Präsidentenposten zu bewerben, übernahm im Juni Ministerpräsident Manmohan Singh vorübergehend zusätzlich das Finanzressort. Experten hoffen darauf, dass dadurch lange fällige Wirtschaftsreformen endlich angeschoben werden.
