01.02.2012 · Der Vorwahlkampf in Florida war von solch großer Heftigkeit, dass das Wort vom innerparteilichen Bürgerkrieg nicht zu drastisch ist. Sein Sieger hält die Republikaner wettbewerbsfähig im Kampf um das Weiße Haus.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerNach dem Schock von Süd-Carolina nun der Triumph in Florida: In dem nach der Bevölkerung viertgrößten amerikanischen Bundesstaat hat der frühere Gouverneur Mitt Romney einen großen Sieg errungen; im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei gegen seinen Hauptwidersacher Newt Gingrich ist er wieder eindeutiger Favorit.
Da Romney offenkundig über nahezu unerschöpfliche Wahlkampfmittel verfügt und die Unterstützung der Parteigranden hat, werden viele seine Nominierung im Sommer für eine ausgemachte Sache halten - nach Florida ist das eine sehr plausible Erwartung.
Romney hat eine große Hürde auf dem Weg dahin mit Bravour genommen. Seine Niederlage zuvor in Süd-Carolina, die dem Partei-Establishment einen gehörigen Schrecken eingejagt hatte, auch weil Gingrichs Anti-Eliten-Populismus im südstaatlichen Sozialmilieu auf große Resonanz stieß, bedeutete eine Art heilsamen Weckruf für Romney. Seine Auftritt und seine Werbung in Florida waren von einer Aggressivität, wie man sie von ihm so noch nicht gekannt hatte.
Gingrich schien das zunächst den Atem zu verschlagen; aber derlei kennt man von dem früheren Präsidenten des Repräsentantenhauses, der nach Höhenflügen oft in eine merkwürdige Mattigkeit verfällt. Seine Stigmatisierung Romneys als moderaten, ja eigentlichen linken Partei- und profitgierigen Wirtschaftsbonzen, der mit der politisch und kulturell konservativen Parteibasis nichts gemein habe, verfing in Florida nicht. Romney wiederum betrieb eine gnadenlose Charaktervernichtungskampagne; Gingrichs Biographie, sein erratisches, labiles und gleichzeitig megalomanes Wesen und sein zuweilen sonderbares Gebaren boten - und bieten - dazu reichlich Angriffsfläche.
Dieser Vorwahltermin war von solch großer Heftigkeit und einer Bitterkeit bestimmt, dass das Wort vom innerparteilichen Bürgerkrieg nicht zu drastisch ist. Er ist vielleicht ein Lehrstück für Wahlkampf-Professionalismus, aber unter dem Gesichtspunkt von Fairness und Mäßigung in Stil und Ton ist er ziemlich abschreckend. Aufs Neue ist belegt worden, wie gespalten die Republikanische Partei ist. Aber anders als im Kongress, wo die moderaten Kräfte gleichsam unter Artenschutz stehen, so wenige sind es nur noch, dürfte aus der Vorwahlkampagne eben ein solcher Moderater hervorgehen.
Romney hält die Republikaner wettbewerbsfähig im Kampf ums das Weiße Haus. Jene Vorwähler, die jetzt noch für seine innerparteilichen Konkurrenten gestimmt haben, dürften im November, wenn es denn so kommt, die Kurve nehmen und für ihn stimmen: Sie mögen von dem Multimillionär alles andere als begeistert sein, aber noch viel weniger sind sie von Präsident Obama angetan, um es milde zu sagen. Der Amtsinhaber wiederum wird sich merken, wo Romneys schwache Stelle, seine frühere Existenz als Investmentbanker, ihn angreifbar und sehr verwundbar macht. Aber verwundbar ist auch Obama.
Widerspruch!
Josef Bujtor (Mramorak)
- 01.02.2012, 19:02 Uhr
Obama wird zeigen wer zum 1% und wer zu 99% gehört.
Paul Rabe (heidelpaul)
- 01.02.2012, 14:03 Uhr
Das ist imerhin demokratischer, als die Verfahren in Deutschland, wo
Kandidaten für das
Lothar Wölfel (LWoelfel)
- 01.02.2012, 11:23 Uhr
Moroni oder Wer
Horst Ziegler (pacificatore)
- 01.02.2012, 11:14 Uhr
Tritte
Günter Blümel (guenterbluemel)
- 01.02.2012, 10:44 Uhr
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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