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Wahl im Irak Ergebnis erst in zwei Wochen - Vorwürfe der Fälschung

 ·  Die irakische Wahlkommission will die Ergebnisse der Parlamentswahl erst in zwei Wochen bekanntgeben. Zunächst werde eine Gruppe internationaler Fachleute Beschwerden über Wahlfälschungen prüfen, hieß es in Bagdad.

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Die irakische Wahlkommission will die Ergebnisse der Parlamentswahl erst in zwei Wochen bekanntgeben. Zunächst werde eine Gruppe internationaler Fachleute Beschwerden prüfen, gab ein Mitglied der Kommission in Bagdad bekannt. Voraussichtlich benötige sie dazu mindestens eine Woche.

Die Wahlkommission werde die Ergebnisse der Fachleute berücksichtigen, sagte er weiter. Der Gruppe gehören zwei Vertreter der Arabischen Liga, ein ehemaliger kanadischer Parlamentsabgeordneter und ein europäischer Wissenschaftler an. Sie sind am Montag und Dienstag in Bagdad eingetroffen. Zuvor hatten die Vereinten Nationen, die die Wahl technisch unterstützt hatten, diese als "fair" bezeichnet.

Die arabischen Sunniten und säkularen Schiiten werfen den islamistischen Schiiten, die nach ersten inoffiziellen Zwischenergebnissen weit in Führung liegen, Wahlfälschung vor und fordern in mehreren Provinzen eine Wiederholung der Wahl. Insgesamt sollen 1500 Beschwerden eingegangen sein.

Regierung der nationalen Einheit

Unterdessen zeichnet sich die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit ab. In Arbil empfing der Kurdenführer Barzani die führenden Vertreter der sunnitisch-arabischen Eintrachtsfront. Dabei einigten sie sich, daß die Parteien beider Seiten in der künftigen Regierung vertreten sein sollten, sagte Außenminister Zebari, der an dem Treffen teilgenommen hatte.

Ursprünglich hatten die sunnitischen Araber Adnan al Dulaimi und Tariq al Haschimi mit Barzani nur über ihre Einwände gegen die Wahl sprechen wollen. Saleh al Mutlaq, der Führer der arabisch-sunnitischen Sammlung für den Nationalen Dialog, kritisierte daher in Bagdad die in Arbil erzielte Einigung. Sie unterlaufe die Klagen über Wahlfälschungen, sagte er. Dulaimi hingegen sieht in der Vereinbarung die Grundlage für die Bildung einer ausgewogenen Regierung, die nicht mehr nach dem religiösen Proporz gebildet werde. So könnten in der neuen Regierung die "Vereinigte Irakische Koalition" der islamistischen Schiiten, der Kurdenblock von Barzani und Talabani sowie die sunnitisch-arabische "Eintrachtsfront" vertreten sein.

Amerikanischer Luftangriff

Nachdem am Montag die größte Raffinerie des Iraks in Baidschi wieder ihre Produktion aufgenommen hatte, kamen in der Nacht zum Dienstag bei einem amerikanischen Luftangriff 14 Menschen um. Das gab in Takrit ein irakischer Sprecher des amerikanisch-irakischen Verbindungsbüros bekannt. Einen Grund für den Luftangriff nannte er nicht. Ein anderer irakischer Sprecher in Takrit sprach von sechs Toten. Fünf Häuser sollen zerstört worden sein, berichten Nachrichtenagenturen aus der sunnitisch-arabischen Stadt. Der Gouverneur von Takrit verurteilte den Angriff als "abscheuliches Verbrechen gegen Zivilisten".

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Von Philip Eppelsheim

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