Home
http://www.faz.net/-gpf-759fa
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 22.12.2012, 17:03 Uhr

Während des Verfassungs-Referendums Nach dem Vizepräsidenten tritt auch Ägyptens Zentralbankchef zurück

Der ägyptische Vizepräsident Mahmud Mekki und Zentralbankchef Faruk el-Okdah haben ihren Rücktritt erklärt, berichtet das ägyptische Fernsehen. Die politische Arbeit passe nicht zu seiner Ausbildung als Richter, wird Mekki zitiert.

© dpa Aktivisten beklagen, das Referendum gehe nicht mit rechten Dingen zu.

Der ägyptische Vizepräsident Mahmud Mekki hat Medienberichten zufolge seinen Rücktritt erklärt. Dem staatlichen Fernsehen zufolge sagte der Stellvertreter von Präsident Mohammed Mursi, eigentlich habe er sein Amt bereits im November niederlegen wollen. Er habe diesen Schritt aber wegen der Unruhen in seinem Land sowie wegen des Konflikts zwischen Israel und der Hamas verschoben. Zur Begründung seiner Entscheidung wird er damit zitiert, dass die politische Arbeit nicht zu seiner Ausbildung als Richter passe. Wenige Stunden später reichte demnach auch der Direktor der ägyptischen Zentralbank, Faruk el-Okdah seinen Rücktritt ein - Gründe wurden nicht bekannt.

Newly appointed Vice president Mahmoud Mekki © dpa Vergrößern Mahmud Mekki

Mekkis Rücktritt wurde am Samstag während der letzten Runde der Volksabstimmung über eine neue Verfassung bekannt. Noch Anfang Dezember hatte er in der Krise um den autoritären Führungsstil Mursis eine Verschiebung dieses Referendums in Aussicht gestellt. Diese gab
es jedoch nicht, was zu weiteren Protesten der Opposition führte.

Mehr zum Thema

Der im Jahr 1954 geborene Mekki hatte sich als Richter und scharfer Kritiker des Systems des im vergangenen Jahr entmachteten Langzeitpräsidenten Husni Mubarak einen Namen gemacht. Er setzte sich stets für die Unabhängigkeit der Justiz ein. Unter anderem hatte er damals eine Schwarze Liste korrupter Richter veröffentlicht. Das Amt des Vizepräsidenten war in Ägypten jahrzehntelang nicht besetzt. Präsident Muhammad Mursi hatte den Richter im August zu seinem Stellvertreter ernannt.

Quelle: DPA/AP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Justiz in Ägypten Gericht hebt Todesurteile gegen 149 Islamisten auf

149 Anhänger der Muslimbrüder, die in einem Massenprozess in Kairo zum Tode verurteilt worden waren, haben nun die Chance auf einen neuen Prozess. Ein Gericht in Kairo hat das Urteil aufgehoben. Mehr Von Christoph Borgans

03.02.2016, 15:25 Uhr | Politik
Aus Furcht vor Terror Ägyptens Stern am Tourismus-Himmel sinkt

Am 11. Februar 2011 wurde der langjährige ägyptische Präsident Husni Mubarak gestürzt. Seitdem gehen die Besucherzahlen in dem Land stetig zurück. Die jüngsten Anschläge der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat zwingen den Tourismus in Ägypten weiter in die Knie. Viele Souvenirhändler müssen ihr Geschäft aufgeben. Mehr

11.02.2016, 08:29 Uhr | Wirtschaft
Nordirak Barzani fordert Referendum über Kurden-Staat

Der Präsident der Region Kurdistan im Nordirak hat ein Referendum über die Unabhängigkeit gefordert. Die Zeit sei reif, sagt er. Doch das sagt er nicht zum ersten Mal. Mehr Von Christoph Borgans

03.02.2016, 23:43 Uhr | Politik
Beni Suef Zugunglück in Ägypten

In der ägyptischen Stadt Beni Suef ist am Donnerstagmorgen ein Zug entgleist. Bei dem Unfall wurden Medienberichten zufolge mehr als 100 Menschen leicht verletzt. Dutzende Krankenwagen brachten sie in die umliegenden Krankenhäuser. Offenbar war der Zug unterwegs zu einem Betriebshof, als er frontal gegen einen Betonblock fuhr. Mehr

11.02.2016, 09:04 Uhr | Gesellschaft
Mordfall Giulio Regeni Italien verlangt wahre Täter - Kairo beschwichtigt

Ägypten hat nun doch keine Verdächtigen mehr im Mordfall Regeni, behindert aber die italienischen Ermittler. In Rom sorgt ein neuer Autopsiebericht für Aufregung: Er belegt grausame Details einer Folter. Mehr Von Christoph Borgans

09.02.2016, 18:03 Uhr | Politik

Der Westen will keinen kalten Krieg

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Es wäre wünschenswert, wenn es zu einem neuen west-östlichen Frühling käme. Und wenn man sich vertrauen könnte. Der russische Ministerpräsident hat in München beteuert, Moskau wolle genau das. Es könnte ja etwas dafür tun. Mehr 63 45