Home
http://www.faz.net/-gq5-759fa
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Während des Verfassungs-Referendums Nach dem Vizepräsidenten tritt auch Ägyptens Zentralbankchef zurück

Der ägyptische Vizepräsident Mahmud Mekki und Zentralbankchef Faruk el-Okdah haben ihren Rücktritt erklärt, berichtet das ägyptische Fernsehen. Die politische Arbeit passe nicht zu seiner Ausbildung als Richter, wird Mekki zitiert.

© dpa Vergrößern Aktivisten beklagen, das Referendum gehe nicht mit rechten Dingen zu.

Der ägyptische Vizepräsident Mahmud Mekki hat Medienberichten zufolge seinen Rücktritt erklärt. Dem staatlichen Fernsehen zufolge sagte der Stellvertreter von Präsident Mohammed Mursi, eigentlich habe er sein Amt bereits im November niederlegen wollen. Er habe diesen Schritt aber wegen der Unruhen in seinem Land sowie wegen des Konflikts zwischen Israel und der Hamas verschoben. Zur Begründung seiner Entscheidung wird er damit zitiert, dass die politische Arbeit nicht zu seiner Ausbildung als Richter passe. Wenige Stunden später reichte demnach auch der Direktor der ägyptischen Zentralbank, Faruk el-Okdah seinen Rücktritt ein - Gründe wurden nicht bekannt.

Newly appointed Vice president Mahmoud Mekki © dpa Vergrößern Mahmud Mekki

Mekkis Rücktritt wurde am Samstag während der letzten Runde der Volksabstimmung über eine neue Verfassung bekannt. Noch Anfang Dezember hatte er in der Krise um den autoritären Führungsstil Mursis eine Verschiebung dieses Referendums in Aussicht gestellt. Diese gab
es jedoch nicht, was zu weiteren Protesten der Opposition führte.

Mehr zum Thema

Der im Jahr 1954 geborene Mekki hatte sich als Richter und scharfer Kritiker des Systems des im vergangenen Jahr entmachteten Langzeitpräsidenten Husni Mubarak einen Namen gemacht. Er setzte sich stets für die Unabhängigkeit der Justiz ein. Unter anderem hatte er damals eine Schwarze Liste korrupter Richter veröffentlicht. Das Amt des Vizepräsidenten war in Ägypten jahrzehntelang nicht besetzt. Präsident Muhammad Mursi hatte den Richter im August zu seinem Stellvertreter ernannt.

Quelle: DPA/AP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Saudi-Arabien Der alte König ist tot

Im Alter von über 90 Jahren ist Saudi-Arabiens Monarch Abdullah gestorben. Barack Obama würdigt ihn als mutigen Führer. Sein Nachfolger an der Spitze des absolutistischen, streng religiösen Königreichs steht bereits fest. Er ist nur wenige Jahre jünger. Mehr

23.01.2015, 07:36 Uhr | Politik
Einigung auf unbefristete Waffenruhe

Israel und die Palästinenser haben sich im Gaza-Krieg auf eine neue Waffenruhe geeinigt. Dem Vorschlag Ägyptens stimmten am Dienstag beide Seiten zu. Die neue ägyptische Initiative sieht nach Angaben seitens der Palästinenser weitreichende Vorschläge zu ihren Gunsten vor. Israel und Ägypten betrachten die Hamas ihrerseits als Sicherheitsbedrohung und fordern Garantien dafür, dass keine Waffen in den Gazastreifen gelangen. Mehr

26.08.2014, 23:27 Uhr | Politik
Ägypten Zurück in bleiernen Zeiten

Vier Jahre liegt der Beginn des Aufstands gegen Husni Mubarak zurück. Es folgten ein Intermezzo der Muslimbrüder und ein Putsch des Militärs. Doch die Aktivisten von damals geben nicht auf. Ein Besuch in der Revolutionshochburg Alexandria. Mehr Von Markus Bickel, Alexandria

25.01.2015, 12:32 Uhr | Politik
Superheld Spiderman unterwegs in Ägypten

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo treibt er sich rum: Spiderman. Mit dieser Aktion will ein Mann auf das oft mühsame Leben seiner Landsleute aufmerksam machen: Denn das könne manchmal nur als Superheld zu bewältigen sein. Mehr

22.12.2014, 10:53 Uhr | Gesellschaft
Ägypten Islamgelehrte verurteilen neue Charlie-Hebdo-Ausgabe

Eine der höchsten religiösen Institutionen in Kairo geht hart ins Gericht mit der neuen Ausgabe der Zeitschrift Charlie Hebdo: Die Veröffentlichung weiterer Karikaturen des Propheten Mohammeds sei eine ungerechtfertigte Provokation. Mehr

13.01.2015, 15:12 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.12.2012, 17:03 Uhr

Auch Auschwitz?

Von Berthold Kohler

Wer verstehen will, warum die Menschenwürde unser höchster Rechtswert ist, muss sich mit der deutschen Geschichte befassen. Mit Auschwitz, aber auch mit der Aufklärung. In Integrationskursen sollten beide Kapitel nicht fehlen. Mehr 6 33