26.08.2011 · China hat einen Bericht des amerikanischen Verteidigungsministeriums über die militärische Stärke der Volksrepublik scharf kritisiert. Der Bericht verdrehe Tatsachen, übertreibe und sei „vollkommen gegenstandslos“.
Die chinesische Regierung hat den Bericht des amerikanischen Verteidigungsministeriums zur militärischen Aufrüstung zurückgewiesen. Er verdrehe die Tatsachen und übertreibe „die sogenannte militärische Bedrohung Taiwans“, sagte der Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums Yang Yujun laut einer Stellungnahme. „Es ist normal, dass China seine Armee und Waffentechnik weiterentwickelt, das ist auch gängige Praxis anderer Länder in der Welt“, erklärte Yang. Die chinesische Staatszeitung „Global Times“ nannte das Pentagon „eine Bastion des Misstrauens gegenüber China“.
In dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht stellt Washington die Fortschritte Chinas beim Aufbau einer modernen Streitmacht mit regionaler Ausrichtung dar, die China bis zum Jahr 2020 erreicht haben möchte. Das Pentagon betonte die zunehmende Ausrichtung des chinesischen Militärs auf seine Seemacht und Investitionen in Hightech-Waffen mit einer Reichweite bis in den Pazifik und darüber hinaus. Zugleich warnt der Bericht vor einer stärkeren militärischen Ausrichtung gegenüber Taiwan.
Streit über Rüstungspläne
So habe die Volksrepublik 1000 bis 1200 Raketen, 490 Kampfflugzeuge und 400.000 Soldaten auf seiner Seite der Taiwanstraße positioniert. Die dem Festland vorgelagerte Insel wird von China als abtrünnige Provinz betrachtet. China strebt eine Wiedervereinigung an und schließt auch ein militärisches Vorgehen nicht aus, sollte sich Taiwan formell für unabhängig erklären.
Trotz der derzeit entspannten Lage zwischen Peking und Taipeh hätten sich die chinesischen Bemühungen diesbezüglich nicht verringert und das Gleichgewicht verschiebe sich immer mehr zu Gunsten der Volksrepublik, warnt das Pentagon in dem Bericht. Es gebe zwar eine größere Bereitschaft Chinas zum militärischen Austausch und mehr Transparenz, jedoch sei auch mehr Nachdruck in der Rhetorik und im Verhalten Chinas zu beobachten, wenn es seine nationalen Interessen betroffen sehe. Es gelinge China zudem immer mehr, den technologischen Vorsprung moderner Militärmächte zu verringern. Dazu dienen die wachsenden Militärausgaben, die im Jahr 2010 nach Schätzung des Pentagons bei mehr als 160 Milliarden Dollar lagen, was deutlich über Pekings offiziellen Zahlen liegen würde.
Der Streit über Taiwan ist ein Hindernis bei den Bemühungen Washingtons, Sicherheitsgespräche mit der chinesischen Armee voranzutreiben. Für weiteren Streit sorgt zudem ein Waffengeschäft Amerikas mit Taiwan. Die chinesische Armee ist die größte der Welt und ist hinsichtlich ihres Verteidigungsprogramms extrem verschwiegen.
Hohe Verteidigungsausgaben
Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sagte Yang, der Pentagon-Bericht rücke Chinas Einstellung zu Taiwan in ein betont negatives Licht. Yang zufolge seien die Anschuldigung übertrieben. China befände sich konsequent auf dem Weg einer friedvollen Lösung und betreibe lediglich eine defensive Verteidigungspolitik. Die Rüstung diene allein der Wahrung der Souveränität und territorialen Integrität Chinas. Sie richte sich nicht gegen ein Land und solle nur die ungestörte wirtschaftliche und soziale Entwicklung gewährleisten.
Als Beispiele für die Rüstungsfortschritte Chinas wurde im Pentagon-Bericht die Entwicklung einer Antischiffsrakete, mit der auch Flugzeugträger im Pazifik angegriffen werden könnten, sowie die Tests eines chinesischen Tarnkappenflugzeugs und eines Flugzeugträgers genannt, dem von der Ukraine gekauften sowjetischen Träger Varyag. Nach amerikanischer Schätzung könnte China schon in diesem Jahr mit dem Bau eines selbstentwickelten Trägers beginnen und diesen nach 2015 zum Einsatz bringen.
Zu viel Panzer, zu wenig Hirn
Wolfgang Wurtz (wolwul)
- 30.08.2011, 03:28 Uhr
Von China lernen
Wolfgang Richter (langweiler2)
- 28.08.2011, 01:38 Uhr
Aufrüstung
William Pitt (william_pitt)
- 27.08.2011, 19:26 Uhr
@ Ullrich Schnappe (JohnBrown):
Sönke Peters (soenkepeters)
- 27.08.2011, 16:35 Uhr
Wolfgang Wurtz (wolwul)
Martin Schmitt (Ameisenschreck)
- 27.08.2011, 15:05 Uhr