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Verteidigungsminister Robert Gates „Die Nato hat eine trübe Zukunft“

10.06.2011 ·  Der scheidende amerikanische Verteidigungsminister Gates hat die meisten Nato-Staaten in wegen zu geringer militärischer Anstrengungen kritisiert. Die Nato sei inzwischen „zweigeteilt“ - und habe eine trübe Zukunft, wenn sich die Europäer nicht mehr beteiligten.

Von Nikolas Busse, Brüssel
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Der scheidende amerikanische Verteidigungsminister Gates hat sich mit pessimistischen Äußerungen über die Zukunft der Nato und offener Kritik an den Europäern von der politischen Bühne verabschiedet. In Brüssel sagte Gates am Freitag, die Allianz sehe einer „trüben und düsteren Zukunft“ entgegen, wenn die Europäer nicht mehr täten.

Früher habe er davon gesprochen, dass die Nato Gefahr laufe, in zwei Teile zu zerfallen - Verbündete, die sich auf „weiche“, humanitäre Friedens- und Entwicklungsmissionen spezialisierten und solche, die „harte“ Kampfeinsätze übernähmen. „Das ist nicht mehr eine hypothetische Sorge. Heute ist das Realität, und das ist inakzeptabel.“

„Schon wird bei vielen Alliierten die Munition knapp“

Gates beklagte, dass sich in Afghanistan gezeigt habe, dass die Nato trotz zwei Millionen nichtamerikanischer Soldaten Probleme habe, 25.000 bis 45.000 Mann in den Einsatz zu schicken und sie nicht über die nötige Ausrüstung verfüge, von Hubschraubern bis zu Aufklärungsmitteln. Im Fall Libyens hätten zwar alle Verbündeten für den Einsatz gestimmt, aber weniger als die Hälfte beteilige sich und weniger als ein Drittel sei bereit, an den Luftschlägen mitzuwirken.

Video: Hunderte Tote bei Nato-Angriffen in Libyen?

Das liege nicht nur an mangelndem politischem Willen, sondern auch daran, dass vielen Alliierten die Ausrüstung fehle. „Die mächtigste Militärallianz der Geschichte befindet sich gerade einmal seit elf Wochen in einer Operation gegen ein schlecht ausgerüstetes Regime in einem dünn besiedelten Land - und schon wird bei vielen Alliierten die Munition knapp, so dass die Vereinigten Staaten wieder einmal aushelfen müssen.“

Gates wies darauf hin, dass Amerika während des Kalten Krieges 50 Prozent der Verteidigungsausgaben in der Nato getragen habe; heute seien es 75 Prozent. Angesichts der schwierigen Haushaltslage werde der Kongress und die gesamte politische Klasse in Amerika immer weniger bereit sein, Geld für Länder auszugeben, die keinen Willen zeigten, die nötigen Ausgaben zu tätigen, sagte er unter Verweis auf die schrumpfenden Verteidigungsetats in Europa. „Letzten Endes muss jeder Verbündete seinen gerechten Anteil an der gemeinsamen Verteidigung übernehmen“, sagte Gates.

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Jahrgang 1969, politischer Korrespondent für die Nato und die EU mit Sitz in Brüssel.

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