Die irische Staatspräsidentin Mary McAleese hat den Besuch von Königin Elisabeth II. in Dublin als ein "phänomenales Erfolgszeichen" des Friedensprozesses in Bezug auf Nordirland gewürdigt. Der Besuch des Staatsoberhauptes "unseres unmittelbaren Nachbarlandes" symbolisiere eine "neue" und "bessere" Zukunft für beide Länder. Der britische Premierminister Cameron, der die Königin nach Dublin begleitete, sprach "von einem großen Schritt vorwärts".
Elisabeth II. ehrte zunächst die irischen Opfer, die im Aufstand gegen die britische Herrschaft am Anfang des 20. Jahrhunderts ihr Leben verloren. Sie legte im "Garten der Erinnerung" an die Toten des Unabhängigkeitskrieges einen Kranz nieder. Ihr anschließender Termin hatte den Zweck, auf den gemeinsamen christlichen Ursprung beider Nationen hinzuweisen. Elisabeth II. ließ sich im Trinity College einige Seiten aus dem "Book of Kells" zeigen - einem reich illustrierten Evangeliar aus dem neunten Jahrhundert, das Mönche etwa in der Zeit schufen, in der sie vor Wikingern aus ihrem schottischen Refugium nach Irland flohen.
Vor Eintreffen der Königin wurde in einem Reisebus nach Dublin eine funktionstüchtige Rohrbombe entdeckt und entschärft. In die Sicherung des Staatsbesuches der britischen Königin sind nach irischen Angaben sämtliche Polizeikräfte der Republik direkt oder indirekt einbezogen. Im britischen Nordirland durchsuchte die Polizei nach Bombendrohungen drei Gerichtsgebäude in verschiedenen Städten. In Dublin vertrieb die Polizei einige Dutzend nationalistische Demonstranten aus der Nähe des Gartens der Erinnerung.
