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Vergewaltigungsprozess in Indien Einer der Verdächtigen war nicht volljährig

 ·  Eine erste Entscheidung im Prozess gegen die mutmaßlichen Vergewaltiger der indischen Studentin ist gefallen: Einer der Verdächtigen soll dem Jugendstrafrecht unterliegen.

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Im Fall der tödlichen Vergewaltigung einer jungen Studentin in Indien ist eine erste Entscheidung gefallen. Ein Jugendgericht in der indischen Hauptstadt Delhi bescheinigte am Montag einem Verdächtigen, zum Zeitpunkt der Tat nicht volljährig gewesen zu sein. Vielmehr sei er am Montag gerade einmal 17 Jahre, sechs Monate und 24 Tage alt. Damit drohen dem Beschuldigten bei einer Verurteilung maximal drei Jahre Gewahrsam. Gemäß Paragraph 15g des indischen Jugendstrafrecht können Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren höchsten für drei Jahre in den Spezialheim eingewiesen werden und kommen anschließend auf Bewährung frei.

Das Gericht beruft sich bei seiner Entscheidung auf alte Schulunterlagen. Diese würden belegen, dass der Jugendliche am 4. Juni 1995 geboren wurde. Der Angeklagte soll über keine Geburtsurkunde verfügen. In Indien ist das keine Seltenheit, in solchen Fällen werden üblicherweise Schulunterlagen als Altersnachweis verwendet. Das Jugendgericht hat zudem entschieden, dass ein Knochentest zur exakten Bestimmung des Alters nun nicht mehr nötig sei.

Beschuldigter galt als besonders brutal

Der Vater der getöteten Studentin kritisierte das Gerichtsurteil. „Ich kann das nicht glauben“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. „Sehen sie denn nicht, was sie getan haben?“ Auch der Bruder der Toten ist entsetzt über die Entscheidung. „Das ist falsch. Wir brauchen einen Knochentest, um das richtige Alter des Verdächtigen festzustellen.“ In Bezug auf die vorgelegten Schuldokumente sprach er von Betrug. „Wir als Familie sind nicht bereit zu akzeptieren, dass einer der Haupttäter lediglich eine Haftstrafe von drei Jahren erhält.“

Die Zeitung „Times of India“ berichtet, dass der Beschuldigte im Polizeibericht als der brutalste der sechs Angeklagten beschrieben werde. Gegenüber dem Nachrichtensender NDTV forderte der Bruder: „Wir wollen, dass alle sechs Beschuldigten hängen.“ Die Staatsanwaltschaft kündigte Einspruch gegen die Entscheidung des Jugendgerichts an.

Bei der Anhörung vor dem Hauptgericht äußerten sich die Anwälte der fünf volljährigen Verdächtigen zur Anklageschrift. Die Verteidigung kündigte an, auf unschuldig zu plädieren. Ein Verdächtiger behaupte zudem, von der Polizei gefoltert worden zu sein. Einen Antrag auf Prüfung, ob ein weiterer Beschuldigter zum Zeitpunkt der Vergewaltigung ebenfalls minderjährig gewesen sei, lehnte das Gericht ab. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits in der vergangenen Woche ihre Punkte vorgebracht. Nun muss das Gericht entscheiden, welche Anklagepunkte zugelassen werden. Erst danach kann der eigentliche Prozess beginnen. Ein Datum dafür steht weiterhin nicht fest.

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