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Vereitelte Terror-Anschläge Kein Aufatmen

10.08.2006 ·  Die Wachsamkeit britischer Sicherheitsbehörden hat wahrscheinlich einen mörderischen Serien-Anschlag vom Ausmaß des „11. Septembers“ verhindert. Aber Erleichterung darüber will sich nicht einstellen. FAZ.NET-Spezial.

Von Peter Sturm
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Die Wachsamkeit britischer Sicherheitsbehörden hat wahrscheinlich einen mörderischen Serien-Anschlag vom Ausmaß des „11. Septembers“ verhindert. Aber Erleichterung will sich darüber nicht einstellen.

Sosehr die Nachrichten aus London nach einem Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus aussehen, so gewiß ist doch, daß es vieler weiterer Erfolge bedarf, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Dabei haben es die Sicherheitskräfte immer schwerer als die Terroristen. Sie dürfen sich keine Fehler erlauben, während jene auf nichts und niemand Rücksicht nehmen müssen.

Das Nachdenken hat begonnen

Es werden jetzt wieder viele Fragen gestellt. In Großbritannien hat das Nachdenken darüber begonnen, daß viele der Festgenommenen in Großbritannien geborene Menschen sind. Die Briten können sich also nicht, wie die Amerikaner nach den Anschlägen von New York und Washington, mit dem Gedanken trösten, daß ihnen ein Feind von außen nach dem Leben trachtet, dem es nun in Einigkeit entgegenzutreten gilt.

Insofern hat Innenminister Reid seine Worte mit Bedacht gewählt, als er sagte, alle Briten, gleichgültig, welcher Herkunft und welcher Religion, seien von den Terroristen bedroht.

Vorbild Großbritannien

Und wie steht es um Deutschland? Man kann sicher sein, daß jetzt wieder diejenigen auf den Plan treten werden, die Schutz vor dem Terrorismus in einem Rückzug ins Schneckenhaus suchen. Wenn man sich nur immer und überall heraushalte, glauben manche, würden die Terroristen hier schon nichts tun. Aber Deutschland ist ein Teil dieser Welt und dazu verurteilt, sich mit den Problemen dieser Welt auseinanderzusetzen.

Da ist dann keine Scharfmacherei gefordert, sondern Besonnenheit und das Angebot an alle Wohlmeinenden überall, mit ihnen zusammenzuarbeiten. In dieser Hinsicht hat sich die deutsche Politik der vergangenen Jahre relativ wenig vorzuwerfen. Nur in der Außendarstellung ist es immer wieder zu Undeutlichkeiten gekommen, die in der Öffentlichkeit die Vorstellung geweckt haben, die Probleme seien doch irgendwie weit weg.

Niemand mag sich einen Terroranschlag hierzulande vorstellen. Aber selbstverständlich kann es dazu kommen. Und es wäre gut, wenn die Deutschen dann mit der gleichen trotzigen Gelassenheit reagierten wie die Briten.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Jahrgang 1958, Redakteur in der Politik.

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