Erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten stellen Protestanten nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Studie des Washingtoner „Pew Research Centers“ zur Rolle der Religion im öffentlichen Leben, die alle fünf Jahre erstellt wird. Danach bezeichnen sich nur noch 48 Prozent der Erwachsenen als Protestanten; vor fünf Jahren waren es noch 53 Prozent.
Der Anteil derer, die sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig fühlen, stieg in den vergangenen fünf Jahren von gut 15 auf knapp 20 Prozent; im Jahr 1990 waren es nur etwa acht Prozent. Bei jungen Menschen unter 30 Jahren ist die Zahl der Konfessionslosen mit knapp 30 Prozent besonders hoch. „Junge Erwachsene sehen sich heute viel eher als religiös ungebunden, als das bei früheren Generationen in gleichen Lebensphasen der Fall war“, heißt es in der es in der Studie.
Katholische Kirche größte Einzelkonfession
Obschon die lebenslange Bindung an eine bestimmte Religionsgemeinschaft schwächer wird, bekennen sich noch immer 79 Prozent der Amerikaner zu einer traditionellen Konfession. Sogar unter der Gruppe der Konfessionslosen sagen mehr als zwei Drittel, dass sie an Gott glauben. 58 Prozent der Amerikaner sagen, die Religion spiele in ihrem Leben eine sehr große Rolle; dieser Anteil ist doppelt so hoch wie in den meisten europäischen Ländern.
Die größte Einzelkonfession in den Vereinigten Staaten ist nach wie vor die katholische Kirche, zu der sich 21 Prozent der Erwachsenen bekennen. Unter den Protestanten haben sowohl konservative evangelikale als auch die liberalen Kirchen leicht verloren, während die katholische Kirche durch den Zuwachs der Latinos die Anzahl der Gläubigen halten konnte.
Romney Mormone, Ryan Katholik
Die schwindende Dominanz protestantischer Glaubensgemeinschaften in der amerikanischen Gesellschaft lässt sich auch daran ablesen, dass die republikanische Partei in diesem Jahr erstmals keinen Protestanten in das Rennen um die höchsten politischen Ämter schickt: Mitt Romney ist Mormone, Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan ist Katholik. Auch Vizepräsident Joseph Biden ist katholisch, während Präsident Barack Obama verschiedene protestantische Kirchen besucht, ohne sich fest zu einer bestimmten Glaubensgemeinschaft zu bekennen. Unter den neun Richtern des Obersten Gerichts ist kein einziger Protestant: Sechs der Richterinnen und Richter sind katholisch, drei sind Juden.
Der Anstieg der Anzahl jener, die sich zu keiner bestimmten Glaubensgemeinschaft bekennen, auf knapp ein Fünftel der Gesamtbevölkerung, sei „ein Meilenstein in einer langfristigen Entwicklung“, sagte der Hauptautor der Studie Greg Smith. Was Menschen glaubten und welcher Religionsgemeinschaft sie zugehörten, spiele nach wie vor eine wichtige Rolle bei der Herausbildung ihrer Weltanschauung, ihrer politischen Ansichten und ihrer Präferenz bei Wahlen.
Während bei Protestanten der Anteil der Wähler der Republikaner mit 50 Prozent um acht Prozentpunkte höher liegt als der Wähler der Demokraten, haben bei den religiös Ungebundenen die Demokraten mit 63 Prozent gegenüber den Republikanern mit 26 Prozent einen deutlichen Vorsprung. Unter Katholiken entscheiden sich 47 Prozent für die Demokraten, 44 Prozent für die Republikaner.
Generelle Religiöse Bevormundung / m.E. Verdummung der Menschheit
werner scheidt (werdiess)
- 10.10.2012, 19:45 Uhr
In Deutschland haben Protestanten auch erstmals seit 500 Jahren keine
Mehrheit mehr.
Stefan Neudorfer (sttn)
- 10.10.2012, 09:44 Uhr
Interessant ist das Katholiken
Stefan Neudorfer (sttn)
- 10.10.2012, 09:39 Uhr
