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Vereinigte Staaten Gescheiterter Anschlag angeblich im Jemen geplant

27.12.2009 ·  Einen Tag nach dem vereitelten Anschlag ist der 23 Jahre alte Umar Faruk Abdulmutallab in Amerika angeklagt worden. Er soll mehr als genug von dem Sprengstoff Nitropenta bei sich gehabt haben, um das Flugzeug in die Luft zu sprengen.

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Das fehlgeschlagene Attentat auf eine amerikanische Passagiermaschine wurde einem amerikanischen Fernsehbericht zufolge von Al-Qaida-Führern im Jemen geplant, von wo auch der Sprengsatz stammte. Der 23 Jahre alte Täter Umar Faruk Abdulmutallab sei in dem arabischen Land für das Selbstmordkommando trainiert worden, berichtete der Sender ABC am Sonntag unter Berufung auf amerikanische Regierungsbeamte. Der Sprengsatz sei von einem Bombenbauer des Terrornetzes von Usama bin Ladin im Jemen gebaut worden. Eine entsprechende Aussage soll Abdulmutallah bei seiner Vernehmung selbst gemacht haben.

Ein Inferno an Bord von Flug 253 am ersten Weihnachtsfeiertag sei nur verhindert worden, weil ein Zünder nicht funktionierte, meldete der Sender unter Berufung auf Ermittler. Nach Angaben von Bombenfachleuten befand sich mehr als genug Sprengstoff an Bord, um den Airbus mit fast 300 Menschen an Bord zum Absturz zu bringen. Die Bombe habe mehr als 80 Gramm Nitropenta (PETN) enthalten, ein hochexplosiver Plastiksprengstoff. Dieselbe Substanz verwendete der sogenannte Schuhbomber Richerd Reid, als er im Jahr 2001 eine Maschine auf dem Flug von Paris nach Miami abstürzen lassen wollte.

Täter angeklagt - Er hatte ein Visum für Amerika

Umar Faruk Abdulmutallab wurde am Samstagabend wegen des geplanten Anschlags auf ein Flugzeug angeklagt. Bezirksrichter Paul Borman las dem 23-Jährigen in der Universitätsklinik von Ann Arbor, Michigan, die Anklage vor. Die Frage, ob er die Anklage verstanden habe, bejahte Abdulmutallab auf Englisch. Er wird in der Klinik wegen seiner Brandwunden behandelt.

In einem Anhang der Anklageschrift heißt es, der Beschuldigte habe den Sprengsatz an seinem Körper an Bord geschmuggelt. Beim Landeanflug auf Detroit habe er versucht, ihn zu zünden. Unterdessen wurde bekannt, dass der Vater des Angeklagten laut einem nigerianischen Zeitungsbericht schon vor Monaten vor den radikalislamischen Überzeugungen seines Sohnes gewarnt hatte. (Siehe auch: Attentäter von Detroit - Musterschüler mit reichen Eltern)

Der Angeklagte hatte ein gültiges Einreisevisum für die Vereinigten Staaten, obwohl er in einer Datenbank möglicher Terrorverdächtiger geführt wurde. Diese Datenbank mit der Bezeichnung „Terrorist Identities Datamart Environment“ wurde vom amerikanischen Zentrum für Terrorabwehr (National Counterterrorism Center) geführt. Das amerikanische Heimatschutzministerium verschärfte nach dem Zwischenfall die Kontrollen für alle Flüge. Passagiere müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen. (Siehe auch: Einschränkungen für höhere Sicherheit auf Amerika-Flügen)

Britische Ermittler untersuchten derweil die frühere Londoner Wohnung des mutmaßlichen Attentäters im wohlhabenden Stadtteil Marylebone und weitere Adressen in der Stadt. Gleichzeitig prüften die Sicherheitsbehörden offenbar, ob Abdulmutallab Verbindungen zu anderen extremistischen Muslimen hatte, die in Großbritannien für Attentatsplanungen und -versuche im Namen Al Qaidas verantwortlich gemacht wurden.

Großbritannien lehnte weiteres Visum ab

Abdulmutallab kam nach den Erkenntnissen der britischen Behörden im September 2005 als 19 Jahre alter Sohn eines wohlhabenden nigerianischen Bankiers zum Studium nach London. Er studierte drei Jahre lang Maschinenbau am University College London (UCL) und verließ Großbritannien im Jahr 2008 zur Rückkehr nach Nigeria, tauchte offenkundig später aber im Jemen auf. Britische Zeitungen geben unter Berufung auf Sicherheitskreise an, dort habe der junge nigerianische Ingenieur offenbar eine Art Ausbildung als Attentäter durchlaufen. Die Zeitung „Sunday Telegraph“ zitierte einen Cousin Abdulmutallabs mit der Aussage, die Familie sei der Ansicht, dass sich der junge Student während seines Aufenthaltes in London zu einem muslimischen Extremisten gewandelt habe.

Das britische Auswärtige Amt teilte mit, Abdulmutallab habe im Mai dieses Jahres versucht, ein weiteres Visum zum Studium in Großbritannien zu bekommen. Der Antrag sei aber abgelehnt worden, weil der Visumsantrag sich auf ein College mit zweifelhaftem Ruf bezogen habe, das im Verdacht stehe, als Deckadresse für erschlichene Einreisen nach Großbritannien zu dienen.

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