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Vereinigte Staaten FBI berichtet über Misshandlungen in Guantánamo

03.01.2007 ·  Die amerikanische Bundespolizei FBI hat Berichte ihrer Mitarbeiter über das Gefängnis Guantánamo veröffentlicht: Dort sahen sie, wie Gefangene „zitternd vor Kälte“ oder in brütend heißen Räumen eingesperrt und gedemütigt wurden.

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Mitarbeiter der amerikanischen Bundespolizei FBI haben im Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba mindestens 26 Fälle von Häftlingsmisshandlungen beobachtet. Das geht aus Dokumenten hervor, die das FBI am Dienstag auf Antrag der Amerikanischen Union für Bürgerrechte (ACLU) im Internet veröffentlichte.

Mehrere FBI-Mitarbeiter haben demnach gesehen, „wie Gefangene an Händen und Füßen gefesselt in Embryonalstellung am Boden der Verhörräume über 18, 24 oder mehr Stunden ohne Nahrung oder Wasser“ lagen. Vielfach hätten die hilflosen Häftlinge dabei im eigenen Urin und Kot liegen müssen. Andere Gefangene seien in gekühlten Räumen barfuß und „zitternd vor Kälte“ oder in brütend heißen Räumen eingesperrt worden. In einem Fall sei „der Kopf eines vollbärtigen Häftlings mit Klebeband umwickelt“ worden, um den Gefangenen am Rezitieren von Koranversen zu hindern. Einen weiteren Häftling habe man in eine israelische Flagge gehüllt, ein anderer sei sexuell gedemütigt worden.

Erinnerungen an Abu Ghraib

Wie die FBI-Beamten weiter berichten, soll ein Schäferhund einen Gefangenen angebellt und vor ihm die Zähne gefletscht haben. Diese Methode erinnert an Bilder aus dem irakischen Gefängnis Abu Ghraib, die zeigen, wie Hunde an der kurzen Leine und aus geringer Distanz eingesetzt wurden, um Häftlinge einzuschüchtern.

Offenbar gingen die Aufseher in Guantánamo gegenüber dem FBI recht freizügig mit ihren Methoden um. Den Berichten der FBI-Leute ist zu entnehmen, dass sie manchmal von Gefängniswärtern beiseite genommen wurden mit Hinweisen wie „Das müssen sie sich ansehen“. Ein Gefängnismitarbeiter verriet, es würde vier Tage dauern, bis jemand im Dauerverhör „gebrochen“ sei.

Rumsfeld soll Methoden gebilligt haben

Die Dokumente basieren auf der Befragung aller 493 FBI-Mitarbeiter, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in dem Gefangenenlager waren. Verantwortlich für die Misshandlungen und aggressiven Verhörmethoden waren laut dem Bericht sowohl Militärbeamte als auch die Mitarbeiter privater Wachdienste. Einige von ihnen erklärten den FBI-Beamten, dass die Verhörpraktiken von Vertretern des Verteidigungsministeriums und auch vom damaligen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gebilligt worden seien. FBI-Mitarbeiter hätten sich aber nicht an den Misshandlungen beteiligt.

Laut FBI waren die dokumentierten Fälle teilweise schon bekannt. Ein Pentagon-Sprecher verwies darauf, dass in zahlreichen Untersuchungen über den Betrieb von Gefangenenlagern keine Anweisungen zutage getreten seien, die Misshandlungen billigten. Dessen ungeachtet sagte der Vorsitzende des Justizausschusses im neu gewählten Senat, der demokratische Politiker Patrick Leahy, die Behandlung von Gefangenen werde im Kongress künftig eine wichtige Rolle spielen. Präsident George W. Bush hatte im Oktober aggressive Verhörmethoden per Gesetz genehmigt, diese aber nicht näher definiert.

Die FBI-Unterlagen (Link: FBI-Mitarbeiter über Misshandlungen in Guantánamo) hatte die Bürgerrechtsunion für ihren Rechtsstreit im Interesse der Misshandelten angefordert. ACLU hat wegen der Vorfälle in Guantánamo den früheren Verteidigungsminister Rumsfeld verklagt. Der Anwalt der Organisation Jameel Jaffer sagte, die nun veröffentlichten Unterlagen zeigten, dass der Kongress das Lager Guantánamo schärfer kontrollieren müsse.

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