13.08.2007 · Er galt als mächtigster Berater im Weißen Haus seit langem. Zweimal verhalf er George W. Bush ins Präsidentenamt. Nun hat Spitzenberater Karl Rove „um meiner Familie willen“ den Rücktritt angekündigt.
Karl Rove, Spitzenberater des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, tritt Ende August zurück. Das sagte Rove der Zeitung „Wall Street Journal“ in einem am Montag veröffentlichten Gespräch. Rove gilt seit vielen Jahren als einer der engsten Berater Bushs und war zuletzt stellvertretender Stabschef im Weißen Haus.
Er habe schon länger über einen Rücktritt nachgedacht, sagte Rove. Stets habe es jedoch äußere Umstände und Ereignisse gegeben, die einem Ausscheiden entgegengestanden hätten. „Ich denke, (nun) es ist an der Zeit.“ Familiäre Gründe hätten ihn zu diesem Schritt bewogen. Selbst wenn er gern noch im Amt bleiben würde, „muss ich das um meiner Familie willen tun“, sagte er.
Unter Druck
Rove hatte Bush unter anderem in den Jahren 2000 und 2004 bei dessen Wahlkämpfen für das Präsidentenamt beraten. (Siehe auch: Karl Rove - Der Architekt des Sieges) Er wurde oft als mächtigster Berater im Weißen Haus in der modernen Geschichte der Vereinigen Staaten bezeichnet.
Kürzlich war Rove in einer Justizaffäre um die Entlassung von acht Bundesanwälten durch das Justizministerium unter Druck geraten. In der Kraftprobe zwischen Bush und dem Kongress hatte der Präsident eine Aussage Roves unter Eid vor dem Senat verhindert. Rove war zudem wegen der Affäre um die Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame in die Schlagzeilen geraten.