14.09.2006 · In den Vereinigten Staaten hat nach Ansicht von George W. Bush ein neues großes religiöses Erwachen eingesetzt. Die Kultur verändere sich derzeit so stark wie zuletzt in den fünfziger und sechziger Jahren, sagte der Präsident.
In den Vereinigten Staaten hat nach Ansicht von Präsident George W. Bush ein neues großes religiöses Erwachen eingesetzt. Die Kultur verändere sich derzeit so stark wie zuletzt in den fünfziger und sechziger Jahren, sagte Bush am Mittwoch. „Es sieht so aus, als ob es ein 'Drittes Erwachen' mit einem Kulturwandel gibt“, zitierte ihn das Magazin National Review.
Der Präsident stützt sich bei seiner Politik besonders auf konservative Amerikaner. Er weist zudem der Religion für sich persönlich eine besonders wichtige Rolle zu. Im Ausland stößt er mit seinen häufigen Äußerungen über die Religion auf Kritik.
Historiker bezeichnen das frühe 18. und das frühe 19. Jahrhundert als Zeit, in der religiöse Bewegungen in Amerika eine besonders große Rolle gespielt haben. Diese Perioden werden jeweils als „Großes Erwachen“ bezeichnet. Umstritten ist, wie viele dieser Perioden es gab. Zuletzt hatte die Religionsbewegung Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem Ende der Sklaverei beigetragen.
Blair beklagt „anti-amerikanischen Wahnsinn“
Unterdessen hat sich der britische Premierminister Tony Blair scharf gegen einen von ihm diagnostizierten extremen Anti-Amerikanismus in der europäischen Politik gewandt. In einem am Donnerstag veröffentlichten 37 Seiten langen Dokument bezeichnet Blair die Haltung einiger seiner Kollegen als „anti-amerikanischen Wahnsinn“. Keines der drängenden Weltprobleme könne unter Ausschluß der Vereinigten Staaten gelöst „oder auch nur betrachtet werden“, heißt es darin. Blair ist einer der engsten Verbündeten Washingtons.
Die Gefahr bestehe nicht darin, daß die Vereinigten Staaten zu sehr eingebunden seien, sondern daß sie sich zurückziehen könnten, heißt es in der von der Organisation Foreign Policy Centre herausgegebenen Broschüre mit dem Titel „Eine globale Allianz für globale Werte“. Sie beruht auf drei von Blair in diesem Jahr gehaltenen Reden.
Demnach müßten sich gemäßigte Vertreter aller Religionen zusammentun, um Extremisten zu besiegen und eine friedliche Zukunft aufzubauen. Notwendig sei zu diesem Zweck eine „Wiedergeburt“ der von Präsident George W. Bush propagierten Strategie des „weltweiten Kriegs gegen den Terror“.
Eingeschlossen
Dietmar Nix (d.nix)
- 14.09.2006, 11:41 Uhr
Eine Beleidigung aller Christen
Klaus-Henning Bähr (henning_baehr)
- 14.09.2006, 16:10 Uhr