Home
http://www.faz.net/-gq5-71y6b
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Vereinigte Staaten Blackwater-Nachfolger zahlt 7,5 Millionen Dollar für Vergleich

 ·  Die unter ihrem früheren Namen Blackwater bekannt gewordene Söldnerfirma Academi zahlt 7,5 Millionen Dollar Strafe, um einen Prozess wegen illegaler Waffenexporte zu vermeiden. Das teilte das Justizministerium in Washington mit.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)
© AFP Blackwater-Söldner 2005 im Irak

Die früher unter dem Namen Blackwater bekannte amerikanische Sicherheitsfirma Academi hat sich in einer Einigung mit der Justiz zur Zahlung von 7,5 Millionen Dollar bereit erklärt. Im Gegenzug lässt die Staatsanwaltschaft ihre 17 Punkte umfassende Anklage wegen Verstößen gegen Waffengesetze fallen, wie aus Akten hervorgeht, die am Dienstag (Ortszeit) an einem Bezirksgericht im Bundesstaat North Carolina veröffentlicht wurden.

Laut Akten wurden dem Unternehmen, das heute unter dem Namen Academi firmiert, unter anderem der Besitz automatischer Waffen in den Vereinigten Staaten ohne Registrierung, Falschaussagen über Waffenlieferungen an den König von Jordanien, die Weitergabe von geheimen Plänen für Panzerwagen an Schweden und Dänemark und illegale Lieferung von Körperpanzerung ins Ausland vorgeworfen. Das Unternehmen wurde 1997 von einem früheren Mitglied der amerikanischen Spezialeinheit Navy SEAL gegründet und bietet unter anderem paramilitärische Dienstleistungen an.

Bekannt wurde es, als es zu Beginn des Irakkriegs offenbar ohne Ausschreibung Großaufträge von der Regierung des damaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush erhielt. 2007 geriet Blackwater wegen eines schwerwiegenden Zwischenfalls im Irak in die Schlagzeilen. Mitarbeiter von Blackwater waren im September 2007 an einer Schießerei in Bagdad beteiligt, bei der 17 Menschen ums Leben kamen, darunter Frauen und Kinder.

Firma zahlt nicht zum ersten Mal eine Millionenstrafe

Später wechselte das Unternehmen Blackwater seinen Namen in Xe Services. 2010 einigte sich die Firma mit dem amerikanischen Außenministerium auf die Zahlung einer Strafe von 42 Millionen Dollar (34 Millionen Euro). Hintergrund waren Vorwürfe, das Unternehmen habe gegen Gesetze über Waffenexporte und Waffenhandel verstoßen. Der jüngsten Anklage gingen fünfjährige Ermittlungen voraus.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verstieß Blackwater wiederholt gegen amerikanische Gesetze. Im Rahmen der Einigung übernahm Academi „Verantwortung für das Verhalten“ in den 17 Anklagepunkten. Nach Veröffentlichung der Einigung erklärten Vertreter von Academi, dies sei kein Eingeständnis von Schuld.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die große Unruhe

Von Klaus-Dieter Frankenberger

In vielen Ländern Europas ist das Tal der Tränen noch nicht durchschritten. Es wird unruhig bleiben, solange die Lasten der Anpassung nicht bewältigt sind. Mehr 6