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Verdacht gegen Belocco-Clan Festnahmen bei Einsätzen gegen Mafia und 'Ndrangheta

12.01.2010 ·  Sondereinheiten der italienischen Polizei haben mehr als ein Dutzend Personen mit möglichen Verbindungen zur Mafia festgenommen. Im kalabrischen Rosarno, wo es zuletzt zu Zusammenstößen zwischen afrikanischen Einwanderern gekommen war, ging die Polizei mit 17 Haftbefehlen vor allem gegen den Belocco-Clan vor.

Von Jörg Bremer
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Sondereinheiten der italienischen Polizei haben am frühen Dienstagmorgen im Süden des Landes, in Kalabrien und auf Sizilien, mehr als ein Dutzend Personen festgenommen, denen die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird. Ein Polizeisprecher erklärte, es seien Vermögenswerte im Wert von mehreren Millionen Euro konfisziert worden. Im kalabrischen Rosarno, wo es in den vergangenen Tagen zu Zusammenstößen zwischen afrikanischen Erntehelfern und der Bevölkerung gekommen war, ging die Polizei mit 17 Haftbefehlen vor allem gegen den Belocco-Clan vor.

Immer wieder waren dort Schrotflinten zum Einsatz gekommen, eine häufig von der kalabrischen ’ndrangheta benutzte Waffe, um Gegner zu verletzen, aber nicht zu töten. Möglicherweise hatten Mafiosi auf Arbeiter geschossen, die kein „Schutzgeld“ zahlen wollten. Die ’ndrangheta gilt gegenwärtig als mächtigste kriminelle Organisation in Italien. Schon am Freitag hatte die Polizei in Rosarno Antonio Belloco festgenommen, den Sohn eines in lebenslänglicher Haft einsitzenden Clan-Chefs.

Der Jugendliche war von einer Gruppe Afrikaner in seinem Wagen bedrängt worden und soll daraufhin versucht haben, die Arbeiter zu überfahren. Zudem habe er Widerstand gegen die Polizei geleistet. Offenbar wird der Clan schon länger abgehört. Die Zeitung „Corriere della Sera“ zitierte ein Clan-Mitglied mit den Worten: „Rosarno gehört uns und muss immer unser bleiben.“ Bei Catania an Siziliens Ostküste rückten die Sondereinheiten mit 32 Haftbefehlen an. Den Mafiosi des Cintorino-Clans wird neben Erpressung vorgeworfen, sich im Rauschgifthandel zu betätigen und von Kolumbien Rauschgifte nach Italien und Spanien zu bringen.

„Italien schützt Ausländer“

Derweil wehrte sich der italienische Außenminister Frattini gegen ägyptische Vorwürfe, Italien übe sich in „rassistischen Praktiken“ gegen seine muslimische Minderheit. Frattini sagte, die Vorfälle in Rosarno hätten keinen religiösen Hintergrund gehabt.

Der Staat gehe gegen jeden Rechtsbruch vor und schütze auch Ausländer, die das Recht respektierten. Der ägyptische Außenminister Gheit hatte zuvor die Angriffe auf Einwanderer verurteilt; die Ausschreitungen seien nur „eine Facette“ der Gewalt gegen Einwanderer und Minderheiten in Italien. Eine „Rhetorik des Hasses“ richte sich auch gegen die arabische Minderheit und Muslime.

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Jahrgang 1952, politischer Korrespondent für Italien und den Vatikan mit Sitz in Rom.

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