Home
http://www.faz.net/-gq5-11wqi
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Venezuela Chávez gewinnt Referendum - und kandidiert wieder

16.02.2009 ·  Die Venezolaner haben die Position ihres Staatspräsidenten Hugo Chávez deutlich gestärkt: In einem Referendum stimmten sie mehrheitlich für eine Verfassungsänderung, die es ihm erlaubt, beliebig oft zur Wiederwahl anzutreten.

Artikel Bilder (2) Video (1) Lesermeinungen (0)

Venezuelas Staatschef Hugo Chávez ist dem Ziel von weiteren Amtszeiten über das Jahr 2013 hinaus am Sonntag ein gutes Stück näher gekommen. Die Venezolaner stimmten in einem Referendum mehrheitlich für eine Verfassungsänderung, die es Chávez sowie allen gewählten Amtsinhabern in Venezuela erlaubt, beliebig oft zur Wiederwahl anzutreten.

Wie die Wahlbehörde (CNE) in der Nacht zum Montag nach Auszählung von mehr als 94 Prozent der Stimmen auf ihrer Internetseite mitteilte, votierten rund sechs Millionen Wähler für die Verfassungsänderung. Etwa fünf Millionen Wähler stimmten dagegen. Insgesamt waren knapp 17 Millionen Wahlberechtigte zu der neuerlichen Abstimmung aufgerufen. 33 Prozent waren der Abstimmung ferngeblieben.

Chávez sprach von einem großen Sieg

Chávez zeigte sich nur Minuten nach Bekanntgabe des Ergebnisses auf dem Balkon des Präsidentenpalastes Miraflores in Caracas. Er sprach von einem „großen Sieg“ und rief seinen Anhängern zu: „Es lebe das venezolanische Volk.“ Auf den Straßen von Venezuelas Hauptstadt feierten die „Chavistas“ den Sieg mit Autokorsos. Der 54 Jahre alte Chávez kündigte nach der Entscheidung an, Ende 2012 wieder als Präsidentschaftskandidat anzutreten.

Nach bisheriger Verfassungslage hätte Chávez 2013 den Präsidentensessel - nach zwei vollen Amtszeiten - räumen müssen. Die Venezolaner hatten am 2. Dezember 2007 eine Verfassungsänderung für eine unbegrenzte Wiederwahlmöglichkeit von Chávez mit knapper Mehrheit abgelehnt.

Die Opposition hatte in den vergangenen Wochen vor einer weiteren Machtkonzentration in den Händen von Chávez und einer drohenden Diktatur in Venezuela gewarnt. Chávez führt das südamerikanische Land seit 1999 und will noch mindestens bis 2019 Präsident bleiben. Er hatte seit Jahresanfang eine massive Kampagne für ein „Sí“ zur Verfassungsänderung initiiert. Die „No“-Bewegung wurde vor allem von studentischen Gruppierungen angeführt, die Chávez Machtmissbrauch vorwarfen. Das Referendum wurde nach Angaben der CNE von zahlreichen internationalen Wahlbeobachtern verfolgt.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Von dir die Fregatte, von mir die Drohne

Von Thomas Gutschker

Verteidigung ist eine nationale Angelegenheit? Die Wirklichkeit hat sich längst geändert. Die Armeen der Nato-Partner müssen zusammenarbeiten. Kein Land ist mehr autark. Mehr 3