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„Vatileaks“ Vatikan rechnet mit weiteren Enthüllungen

 ·  Im Vatikan gibt es offenbar nicht nur einen „Raben“: Der Sprecher des Vatikan Lombardi rechnet mit weiteren vertraulichen Veröffentlichungen. Der Papst kenne die Probleme, sei aber „keineswegs voller Angst“.

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Der Vatikan erwartet weitere Veröffentlichungen in der „Vatileaks-Affäre“. Das sagte sein Sprecher, Pater Federico Lombardi, nach der Rückkehr von Papst Benedikt XVI. vom VII. Weltfamilientreffen am Wochenende in Mailand. „Ich würde mich nicht wundern, wenn sie in den nächsten Tagen noch mehr veröffentlichen“, sagte Lombardi. Die jetzigen Besitzer der gestohlenen Papiere wollten „die Spannung halten“. Der Papst kenne die Probleme gut und sei „keineswegs voller Angst, was den Umgang damit betrifft“. Benedikt XVI. sei vielmehr ein „Mann des Glaubens“.

In Mailand hatte sich der Papst demonstrativ neben Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone gezeigt. Er habe weiter Vertrauen in seinen zweiten Mann, hieß es dazu in der italienischen Presse. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder geheißen, mit dem Diebstahl vieler hundert Briefe und Dokumente vom Schreibtisch des Papstes wollten die „Raben“ Bertone belasten und ihn als korrupten und schwachen Verwalter der Kirche bloßstellen. Bisher wurde nur Benedikts Kammerdiener Paolo Gabriele festgenommen; gegen ihn wird wegen Diebstahlsverdachts ermittelt.

Im Vatikan heißt es aber, Gabriele sei nur ein Schuldiger in einem Netzwerk „stehlender Raben“. Mittlerweile nahmen nach der Gendarmerie und einem Kardinalskomitee im Vatikan auch die italienischen Sicherheitskräfte Ermittlungen jenseits der Vatikanmauern auf; unter anderem untersuchen sie, wie die Dokumente italienische Journalisten erreichten. Am Wochenende war in der Zeitung „La Repubblica“ ein Beschwerdebrief von Kurienkardinal Raymond Leo Burke an Kardinal Bertone abgedruckt worden. Er kritisierte darin die angekündigte Billigung der von der Norm abweichenden Liturgie bei dem in den sechziger Jahren gegründeten „Neokatechumenalen Weg“. Die Liturgie widerspreche der Meinung des Papstes, behauptete Burke.

Zudem publizierte die Zeitung zwei weiße Briefbögen, die angeblich die Unterschrift des päpstlichen Privatsekretärs Georg Gänswein zeigen sollen. Schon am Samstag hatte „La Repubblica“ ein Schreiben veröffentlicht, in dem ein angeblicher Vatikanvertreter fordert, die „Schuldigen der Affäre“ zur Verantwortung zu ziehen. Er bezeichnete Gänswein und Bertone als Drahtzieher. Als Beleg fügte er mehrere angeblich vertrauliche Schreiben bei. Darin soll allerdings der Name von Gänswein stets falsch geschrieben sein.

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Jahrgang 1952, politischer Korrespondent für Italien und den Vatikan mit Sitz in Rom.

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