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„Vatileaks“ Anklage gegen Kammerdiener des Papstes

 ·  Der ehemalige Kammerdiener Benedikts XVI. wird beschuldigt, Dokumente vom Schreibtisch des Papstes gestohlen zu haben. Nun wurde Anklage wegen schweren Diebstahls gegen ihn erhoben. Auch ein mutmaßlicher Helfer wurde angeklagt.

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© REUTERS Papst Benedikt XVI in seiner Sommerresidenz

Der ehemalige Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, wird sich wegen schweren Diebstahls vor Gericht verantworten müssen. In der Enthüllungsaffäre „Vatileaks“ wird außerdem ein Informatiker aus dem päpstlichen Staatssekretariat beschuldigt, Gabriele geholfen zu haben. Er muss sich deswegen ebenfalls vor Gericht verantworten. In der Affäre geht es um die Weitergabe interner Papiere aus dem Vatikan an italienische Zeitungen. Gabriele wird vorgeworfen, vertrauliche Dokumente vom päpstlichen Schreibtisch gestohlen zu haben. Darunter waren Unterlagen zu einem angeblichen Mordkomplott gegen den Papst und zu umstrittenen Geschäften der Vatikan-Bank IOR.

Im Fall einer Verurteilung drohen Gabriele nach vatikanischem Recht sechs bis acht Jahre Haft. Es hatte wiederholt Mutmaßungen gegeben, es seien mehrere Personen in den Diebstahl verwickelt. Bislang hatte der Vatikan immer betont, es werde allein gegen den Diener ermittelt.

Gabriele war im Mai festgenommen worden. Er saß zunächst 53 Tage lang in Haft, bevor er im Juli unter Hausarrest gestellt wurde. Seit dem Jahr 2006 hatte er für den Papst gearbeitet. Gabriele war einer der wenigen Vertrauten des Oberhaupts der katholischen Kirche, die Zugang zu dessen Privaträumen hatten.

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Von Klaus-Dieter Frankenberger

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