28.08.2006 · Papst Benedikt XVI. hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einer Privataudienz in seiner Sommerresidenz Castelgandolfo empfangen. „Ich hatte ein sehr intensives Gespräch mit dem Heiligen Vater“, sagte die Protestantin.
Unbedingt notwendig wäre es vielleicht nicht gewesen, daß Bundeskanzlerin Merkel Papst Benedikt XVI. ihre Aufwartung machte, bevor beide sich am 9. September in der Münchner Residenz treffen. Doch mit Joseph Ratzinger kann man immer interessante Gespräche führen, zumal in der päpstlichen Sommerresidenz von Castel Gandolfo in den Albaner Bergen. So konnte Angela Merkel nach 40 Minuten (brutto, abzüglich Protokoll und Vorstellung der Delegation) auch vermelden: „Ich hatte ein sehr intensives Gespräch mit dem Heiligen Vater.“
Weiter sagte sie, „daß wir eine europäische Identität in Form eines Verfassungsvertrags brauchen“; darin sollte ein Bezug auf das Christentum nicht fehlen, „weil das Christentum wesentlich unsere europäische Geschichte geprägt hat“.
In dem bisherigen Entwurf, der am Veto der Franzosen und Niederländer scheiterte, fehlte dieser Verweis auf „christliche Wurzeln“, was schon die lebhafte Kritik Johannes Pauls II. hervorgerufen hatte. Daß dies anders werden sollte, darin stimmten die Tochter eines protestantischen Pfarrers und der Papst überein.
Es war nicht das erste Treffen zwischen Frau Merkel und Benedikt, doch es war der offizielle Antrittsbesuch der Bundeskanzlerin im Vatikanstaat - auch wenn die Sommerresidenz dort gar nicht liegt. Benedikts geplanter Heimatbesuch wird sein zweiter als Papst nach dem Weltjugendtag in Köln im August 2005. Ob der Papst es die Einladung von Bundestagspräsident Lammert annimmt, 2007 im Bundestag zu reden, bleibt vorerst offen.
Gottes Werk und Teufels Beitrag?:)
Peter Neises (XGROBMOTORIKERX1)
- 28.08.2006, 20:35 Uhr