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Reaktion auf Krise : Amerika will offenbar Nordkorea-Reisen verbieten

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Der Triumphbogen in Pjöngjang – für amerikanische Touristen bald in weiter Ferne? Bild: Reuters

Als Reaktion auf die weiter wachsenden Spannungen und den Tod des Studenten Otto Warmbier will Washington Amerikanern offenbar Reisen nach Nordkorea verbieten.

          Einen Monat nach dem Tod des in Nordkorea inhaftierten amerikanischen Studenten Otto Warmbier verbieten die Vereinigten Staaten ihren Bürgern nach Angaben von Reisebüros künftig Reisen nach Nordkorea. Zwei Reisebüros teilten am Freitag mit, das Reiseverbot gelte ab kommendem Donnerstag.

          Nach einer Schonfrist von 30 Tagen werde „der Ausweis von jedem US-Bürger, der nach Nordkorea reist, für ungültig erklärt“, gab das in China ansässige Reisebüro Young Pioneer Tours bekannt. Auf seiner Webseite hieß es, das Reisebüro sei gerade darüber informiert worden, dass die US-Regierung seinen Bürgern Reisen nach Nordkorea nicht mehr gestatte. Auch die britische BBC berichtete gleichlautend.

          Die von Warmbier genutzte Reiseagentur Young Pioneer Tours hatte bereits unmittelbar nach dessen Tod Besuche für amerikanische Touristen in Nordkorea aus dem Programm genommen. Der Manager des Reisebüros Koryo Tours, Simon Cockerell, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die schwedische Botschaft in Pjöngjang habe sein Unternehmen über das Reiseverbot informiert. In Nordkorea ist es üblich, dass Schwedens Botschaft im Namen der Vereinigten Staaten handelt, da Pjöngjang und Washington keine diplomatischen Beziehungen pflegen. Cockerell sagte, die Ankündigung sei de facto das Ende für den amerikanischen Tourismus in Nordkorea.

          Das amerikanische Außenministerium warnt seine Bürger schon länger vor Reisen nach Nordkorea; sie laufen demnach Gefahr, festgenommen und für lange Zeit inhaftiert zu werden. Der im Juni verstorbene 22 Jahre alte Student Warmbier war im März 2016 wegen Diebstahls eines Propaganda-Posters zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden, kurz danach ins Koma gefallen und wenige Tage vor seinem Tod „aus humanitären Gründen“ freigelassen worden. Danach durfte er in die Vereinigten Staaten zurückkehren. Die genaue Ursache für Warmbiers Tod ist unklar. Nach Überzeugung seiner Familie starb er an den Folgen seiner „schrecklichen und qualvollen Behandlung“ in Nordkorea.

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