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Syrien : Assad kündigt noch härtere Angriffe auf die Opposition an

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Das Flugfeld liegt nahe der Grenze zu Libanon. Bild: Google

Ablehnung in Moskau, Verständnis in Berlin, Paris und Ankara. Die Reaktionen auf den amerikanischen Luftangriff legen die Spaltung im Syrien-Konflikt schonungslos offen.

          Die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad hat angekündigt, nach dem amerikanischen Luftschlag auf einen Luftwaffenstützpunkt der syrischen Regierungstruppen noch härter gegen die Opposition im Land vorgehen zu wollen. Der amerikanische Angriff habe die Entschlossenheit der Regierung verstärkt. Die Führung in Damaskus hat den amerikanischen Angriff als „dumm und unverantwortlich“ verurteilt. Das Verhalten Amerikas offenbare nur dessen „Kurzsichtigkeit und politische und militärische Blindheit für die Realität“, erklärte das Büro von Machthaber Baschar al-Assad am Freitag.

          Nach dem amerikanischen Luftangriff in Syrien gaben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident François Hollande dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad die „alleinige Verantwortung für diese Entwicklung“. „Sein wiederholter Einsatz von chemischen Waffen und seine Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung verlangten eine Sanktionierung“, erklärten Merkel und Hollande am Freitag nach einem Telefonat in einer gemeinsamen Mitteilung. „Frankreich und Deutschland werden mit ihren Partnern und im Rahmen der Vereinten Nationen ihre Bemühungen fortsetzen, um Präsident Assad für seine verbrecherischen Taten zur Verantwortung zu ziehen.“ 

          Die Bundesregierung hält es nach Worten eines Sprechers des Auswärtigen Amtes für „sehr, sehr plausibel“, dass das Assad-Regime die Verantwortung für den Angriff mit Chemiewaffen trägt. Offenkundig habe das Assad-Regime die Weltöffentlichkeit getäuscht mit der Behauptung, dass alle Chemiewaffenvorräte beseitigt worden seien.

          Die Vereinigten Staaten hatten in der Nacht zum Freitag als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgasangriff vom Dienstag eine Luftwaffenbasis der syrischen Armee mit Marschflugkörpern angegriffen. Nach Angaben syrischer Offizieller wurden mindestens fünf Menschen getötet, laut Aktivisten ist der Stützpunkt nahezu komplett zerstört. Es war das erste Mal, dass die Vereinigten Staaten in dem seit sechs Jahren andauernden Bürgerkrieg die Regierungstruppen attackierten, bisher hatten sie sich auf den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) konzentriert.

          Wladimir Putin beruft UN-Sicherheitsrat

          Russland und Iran haben den amerikanischen Angriff scharf verurteilt. Es handele sich um einen „Angriff gegen einen souveränen Staat“, sagte Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow. Der russische Präsident werte den amerikanischen Einsatz als Verstoß gegen internationales Recht, sagte Peskow laut russischen Nachrichtenagenturen. Der amerikanische Angriff füge den Beziehungen zu Washington einen „beträchtlichen Schaden“ zu. Der Schlag habe sich gegen ein Land gerichtet, das sich gegen Terrorismus engagiere, so der Kreml. Mit dem Vorfall müsse sich der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung befassen.

          Wladimir Putin wird nach Angaben des Präsidialamtes in Moskau mit dem nationalen Sicherheitsrat über den amerikanischen Luftangriff beraten. Die technischen Gesprächskanäle mit den Vereinigten Staaten blieben offen -– aber es würden keine Informationen ausgetauscht. Das Risiko von Zusammenstößen mit den Vereinigten Staaten in der Luft sei nach dem Luftangriff deutlich gestiegen.

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